[Rezension] “Water Rising- Flucht in die Tiefe” von London Shah

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen beim Loewe Verlag.

Die 16-jährige Leyla lebt in einer untergegangenen Welt. Denn seit einer schlimmen Naturkatastrophe ist ein Leben an der Oberfläche nicht mehr denkbar und die letzten Menschen leben unter Wasser. So lebt Leyla im versunkenen London und ist permanent von Wasser umgeben, etwas anderes kennt sie nicht. Nachdem ihr Vater von der Polizei festgenommen wurde, versucht sie alles, damit er wieder freikommt. Doch je dringender sie versucht ihn freizubekommen, desto klarer wird, dass die Verhaftung nicht mit rechten Dingen zuging. Leyla beschließt auf die Suche nach Antworten zu gehen und ihren Vater zu retten. Allerdings hatte sie nicht geplant, dass der geheimnisvolle Ari sie begleitet. Als dann auch noch die britische Regierung Jagd auf sie macht, wird Leyla klar, dass viel mehr hinter allem steckt als sie jemals gedacht hätte und so wird ihre ganze Welt auf den Kopf gestellt.

Auf diesen Auftakt hatte ich mich sehr gefreut, da ich London als Stadt liebe und mich Dystopien schon immer faszinieren konnten. Die Bezeichnung Climate-Fiction, die der Verlag hier gewählt hat, passt meiner Meinung nach perfekt. Denn das Buch spielt in einer Welt, in der nach einer Natrukatastrophe nichts mehr ist wie zuvor und so wird auch das Thema Klimawandel hier thematisiert. Die Welt ist im Wasser versunken und an der Oberfläche ist kein Leben möglich. So leben die Menschen die überlebt haben im Wasser. Ich fand das Setting unglaublich faszinierend und die Darstellung von London war mal etwas anderes.

Der Einstieg ins Buch war eher seicht und es dauert bis etwas passiert und Leyla sich auf die Suche nach ihrem Vater begibt. Doch dieser Einstieg ist auch wichtig um sich erst einmal in der Welt des Buches zurechtzufinden. Als Lelya dann London verlässt, wird das Buch zunehmend spannender und gefährlicher. Leyla muss einige Gefahren überwinden und viele Geheimnisse aufdecken. Manches war mir persönlich zu vorhersehbar, wie z.B. Aris Geheimnis, denn das er ein Geheimnis hat, war schon ziemlich schnell klar. Dennoch konnte mich das Buch insgesamt sehr fesseln.

Zumal ich die Protagonisten mochte. Leyla glaubt an das, was die Regierung ihr sagt und ist eigentlich recht zufrieden mit ihrem Leben. Jedenfalls bis ein Ereignis alles ändert und sie alles hinterfragt und sich ihr Leben von Grund auf ändert. Diese Charakterentwicklung ist typisch für Dystopien und bietet nicht wirklich etwas Neues, was ich etwas schade fand. Leyla wirkt dadurch zuerst etwas naiv, entwickelt sich aber zunehmend zu einer starken und mutigen Frau, die sich ihren Ängsten stellt und sich irgendwann nicht mehr von Vorurteilen leiten lässt. Ari ist der typische widersprüchliche und geheimnisvolle Protagonist, den ich aber dennoch mochte. Natürlich durfte hier auch eine Liebesgeschichte nicht fehlen, die sich langsam und sehr authentisch entwickelt.

Der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen und alles wurde sehr atmosphärisch und bildhaft geschildert. Ich hatte das Gefühl hautnah dabei zu sein, zumal alles aus Leylas Ich-Perspektive geschildert wurde, was perfekt passt.

Zudem werden hier auch ernstere Themen, die einen politischen Hintergrund haben aufgegriffen, was mir gut gefiel. Allerdings werde ich hier nicht verraten welche, weil diese Information meiner Meinung nach schon zu viel vorweg nimmt. Die hier dargestellte Unterwasserwelt ist sehr düster und voller Gefahren. Neben den Meerestieren und skrupellosen Menschen, gibt es noch Anthropoiden, das sind künstlich erschaffene Wesen, die den Menschen sehr ähnlich sind, aber die unter Wasser atmen können. Die Idee der Anthropoiden gefiel mir sehr, da sie unglaublich viel Potenzial hat. Sowieso mochte ich die Ideen der Autorin sehr und auch, wenn mir wie schon erwähnt manches zu vorhersehbar war, freue ich mich sehr auf die Fortsetzung, zumal das Buch mit einem ziemlichen Cliffhanger endet.

Ich empfand den Plot des Buches zwar als etwas zu vorhersehbar und auch sonst gibt es den einen oder anderen Kritikpunkt von mir, aber dennoch konnte mich das Buch insgesamt sehr gut unterhalten, was vor allem an dem Setting, den Ideen der Autorin und den Protagonisten gelegen hat. Wer gerne Bücher liest, die sich mit den Folgen des Klimawandels befassen und eine völlig neue Welt darstellen, sollte hier meiner Meinung nach definitiv einen Blick riskieren. Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf die Fortsetzung.

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