[Rezension] „Hush- Verbotene Worte“ von Dylan Farrow

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen beim Loewe Verlag.

Shae lebt in Montane, einem Land, in dem jeder Angst vor dem Blauen Tod hat und Wörter und Tinte gefährlich sind. Shae wird von den Bewohnern ihrer Heimat gemieden, denn ihr Bruder ist an dem Blauen Tod gestorben und nur ihre besten Freunde Fiona und Mads halten noch zu ihr. Ihre Mutter ist seitdem stumm. In Shaes Heimat herrscht Dürre und die Menschen verhungern nach und nach. Einzig die Barden könnten helfen, denn mit einer Beschwörung könnten sie Regen bringen. Shae jedoch hat Angst vor den Barden, denn sie hat ein Geheimnis. Alles was sie stickt, wird lebendig. Doch als etwas schreckliches passiert und ihr keiner glaubt, muss sie Antworten haben und so versucht sie diese bei den Barden zu bekommen und riskiert alles.

Dieses Buch hatte im Vorfeld schon für viele Diskussionen gesorgt, denn es wurde definitiv falsch vermarktet. Dennoch war mir schon seitdem ich von dem Buch gehört hatte klar, dass ich es lesen möchte und so wollte ich der Autorin eine faire Chance geben. „Hush- Verbotene Worte“ ist ein ungewöhnliches Buch, denn es spielt in einer Welt, in der Barden Beschwörungen anwenden können und über die Menschen herrschen. Wörter und Tinte können gefährlich werden und so können die wenigsten Menschen überhaupt lesen. Sie leben in Angst vor dem Blauen Tod und werden über vieles im Dunkeln gelassen. Man merkt, dass der Autorin hier die Themen Fake News und politische Meinungsmache wichtig waren, allerdings nur am Rande.

Im Fokus der Geschichte steht Shae, die unbedingt Antworten möchte und dafür alles riskiert. Sie geht Risiken ein, ohne überhaupt zu überlegen, was daraus resultiert. Sie ist unglaublich impulsiv, naiv und denkt nie etwas zu Ende. Ich muss gestehen, dass es mir so schwer gefallen ist, eine Verbindung zu ihr aufzubauen und in ihr den starken weiblichen Charakter zu sehen, mit dem ich im Vorfeld gerechnet hätte. Zudem scheint sie nur selten Konsequenzen für ihre Taten tragen zu müssen, denn es geht meiner Meinung nach alles etwas zu glatt. Dafür gefielen mir aber diverse Nebenfiguren sehr.

Auch der Schreibstil gefiel mir, weil die Seiten beim Lesen nur so dahinflogen und alles leicht und locker geschrieben war. Zudem gefiel mir die gewählte Ich-Perspektive, da alles aus Shaes Sicht geschildert wurde. Allerdings hätte ich mir mehr Hintergründe zu der Welt des Buches gewünscht und es hätte mich interessiert genau zu erfahren, wieso die Barden an die Macht gekommen sind. Auch wieso und wie sie wirklich Magie wirken können, war für mich nicht ganz greifbar. Außerdem wurden viele Handlungsstränge nur kurz angeschnitten, was ich sehr schade fand.

Dafür gefiel mir der restliche Plot allerdings sehr gut, zumal es so einige überraschende Wendungen gab, auch wenn ich die eine oder andere Wendung schon früh erahnen konnte. Shae erlebt so einiges und findet auch schließlich die Antworten, die sie sucht. Im Großen und Ganzen empfand ich den Plot als spannend und abwechslungsreich, auch wenn manches zuerst etwas verwirrend erscheint. Die Idee gefiel mir definitiv. Das Ende ist dann ziemlich offen und ich bin schon jetzt sehr gespannt auf die Fortsetzung. „Hush- Verbotene Worte“ war meiner Meinung nach ein gutes Debüt mit Luft nach Oben, dass ich aber dennoch empfehlen kann.

Dieses Buch hat seine Höhen und Tiefen und auch, wenn es meiner Meinung nach nicht perfekt ist, fühlte ich mich gut unterhalten und mochte die Idee dahinter. Nach dem sehr offenen Ende bin ich jedenfalls sehr gespannt auf den zweiten Band und kann diesen Auftakt trotz meiner Kritik empfehlen und vergebe hier sehr knappe vier Sterne.

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