[Hörbuch-Rezension von Dominik] “Ready Player Two” von Ernest Cline

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen beim Argon Verlag.

Wade hat das Spiel gewonnen und ist somit offizieller Erbe von James D. Halliday. Mit seinen Freunden leitet er ein milliardenschweres Unternehmen, welches die OASIS betreibt. Kurz nach seinem Fund des Easter Eggs fällt Wade dann in einem von Hallidays Tresorräumen eine Technologie in die Hände, die seine Welt erneut komplett auf den Kopf stellt. Und eine weitere Quest taucht auf. Eine Quest, die nur er bestehen kann und die viele Menschenleben in Gefahr bringt. Die High 5 kommen wieder voll in Action, haben aber dieses Mal einen mehr als ebenbürtigen Gegenspieler.

Wie bereits erwähnt startet die Story unmittelbar nach den Geschehnissen des ersten Teils. Leider wird anfangs nur sehr viel als Rückblick erzählt, so dass die Story doch recht träge in Fahrt kommt. Während in Ready Player One noch beide Welten – die halbwegs postapokalyptische Offline-Welt sowie auch die Oasis – beschrieben wurden, so ist es hier nur ein Update welches lang und breit in einer Art Geschichtsstunde beschrieben wird, anstatt die Erlebnisse als Story aus Wades Sicht an den Höhrer zu bringen.

Mit der anstehenden Quest allerdings kommt das gewohnte Ready Player One-Feeling aber wieder auf. Rätseln, Nerd-Wissen der 80er Popkultur und technische Spielereien – was will man mehr?

Leider ist das Ende dann wieder ein persönlicher Tiefpunkt an diesem Hörbuch. Zum einen geht es wieder in die “Geschichtsstunde” über, wie oben beschrieben. Zum anderen finde ich es nicht bis zu Ende gedacht. Durch die Situation am Ende würden sich einige Probleme auftun, die hier nicht einmal angeschnitten werden (schwierig zu beschreiben, ohne zu spoilern). Da hätte ich mir doch ein bisschen mehr gewünscht. Zumindest aber ist die Geschichte (wieder) abgeschlossen und ein weiterer Teil würde – zumindest meiner Meinung nach – von der Geschichte her keinen Sinn ergeben.

Besonders interessant ist die Charakterentwicklung von Wade, dem sein Sieg in der ersten Quest derbe zu Kopf steigt. Der Gegenspieler (ohne jetzt spoilern zu wollen) hat mich auch mit seinem Auftreten und seiner Entwicklung sehr überrascht, während der Rest der Truppe sich doch sehr treu blieb. Das hat mir sehr gefallen.

Zum Sprecher: Ich mag David Nathan. Er hat hier super gelesen und ist definitiv einer meiner Lieblingssprecher, ABER ich hätte mir hier doch eigentlich lieber Martin Bross gewünscht, der bereits den ersten Teil in seiner ersten Version gesprochen hat. Nicht nur, dass ich Martin Bross die ersten Male im ersten Teil hörte (und er so für mich DIE Stimme für Wade, H, Art3mis & Co. wurde), so klangen für mich auch einige der Betonungen (Spieletitel z.B., aber auch Namen) von David Nathan im ersten Teil nicht stimmig. Das ist mir hier bei Ready Player Two zwar nicht aufgefallen, dennoch hätte ich mich über Martin Bross gefreut. Nochmal: David Nathan macht hier einen super Job und ich bin definitiv ein Fan, ich bin lediglich mit einer anderen Stimme in die Geschichte reingekommen.

Vorweg: ich LIEBE den ersten Teil. Ich habe ihn 4 oder 5 Mal gehört – so oft wie kein anderes Hörbuch. Auch den Film finde ich sehr gelungen. Umso mehr hab ich mich auf diesen zweiten Teil gefreut und sehnsüchtig mit Freunden spekuliert, wie es denn nun weitergehen könnte.

Leider konnte mich Teil 2 nun nicht so sehr in seinen Bann ziehen. Teils sicher durch persönliche Vorlieben der 80er “Themen”, die mich im ersten Teil noch deutlich mehr interessierten, aber auch durch ein flaues Gefühl im Magen beim Grübeln über bestimmte Teile der Geschichte und ganz besonders des Endes. Ready Player Two muss in große Fußstapfen treten und schafft es meiner Meinung nach leider nicht dies zu füllen. Trotzdem gebe ich 4 von 5 Punkten und würde jedem Fan des ersten Buches/Hörbuches (die Verfilmung lasse ich mal außen vor) empfehlen sich auch diesen Nachfolger anzuhören.

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