[Hörbuch-Rezension von Dominik] „Scarlett & Browne- Die Outlaws“ von Jonathan Stroud

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Es ist eine postapokalyptische Welt voller Gefahren durch degenerierte Tiere und Menschen. Scarlett McCain ist eine gesetzlose junge Frau, die durch Zufall dem weltfremden, aber gutmütigen Albert begegnet. Als sie beschließt, ihn nicht dem sicheren Tod zu überlassen, ahnt sie noch nicht, was hinter dem jungen Mann steckt und in was für Gefahren sie sich begibt.

Die Geschichte beginnt interessant und mit Humor – meine Frau hatte mich durch das Vorlesen der ersten Zeilen wirklich neugierig gemacht. Wer ist dieses junge Mädchen, welches da zwischen den Leichen aufwacht und das Ganze mit einem Achselzucken wegsteckt (Man verzeihe mir diesen Spoiler der ersten Zeilen)?

Dann geht die Geschichte los und nimmt ihren Lauf. Einen wirklichen Spannungsbogen konnte ich nicht erkennen, eher mehrere Höhepunkte ohne große Überraschungen. Und neben der einigermaßen soliden Geschichte um die beiden Protagonisten stellen sich immer wieder Fragen, die aber leider kaum beantwortet werden.

Scarlett und Albert sind dabei anfangs schon sehr typische und vorhersehbare Charaktere, die dann aber auch wieder ihre Eigenarten mit sich bringen, die sie spannend machen könnten, sofern man mehr über sie erfahren würde. Und hier schwächelt das Buch deutlich. Während man über A noch ein wenig erfährt, bleibt die Geschichte um B vollkommen unklar und wird hoffentlich in Band 2 dann mal beleuchtet. Die Charakterentwicklung ist minimal.
Zurück bleiben die Fragen, wie „warum ist das so?“, „was ist da passiert?“ und „warum hat A/B das gemacht?“ ohne wirklich aufgeklärt zu werden.

Zur Sprecherin: Anna Thalbach kennt man wohl meist eher als Schauspielerin des deutschen Fernsehens (ich selber bin da weniger bewandert und kannte nur einen Film aus ihrer Filmografie). Als Sprecherin liefert sie hier gute Arbeit und im Vergleich zu vielen anderen weiblichen Sprecherinnen hat ihre Stimme einen guten Wiedererkennungswert. Die verschiedenen Charaktere ließt sie voneinander erkennbar und trifft die richtige Spannung zur richtigen Zeit.

Scarlett & Brown konnte mich anfangs nicht wirklich packen und auch gen Ende hatte ich so meine Schwierigkeiten mit der Begeisterung. Die Charaktere und die Welt drum herum haben deutlich Potenzial und ich wüsste gern, was es mit allem auf sich hat, kann dem ersten Band hier aber leider nur 3 1/2 von 5 Punkten geben, da er diese Stärken nicht ausspielt und eher auf folgende Bände verschiebt. Ich hoffe, es bleibt nur ein schwächelnder Start einer grandiosen Reihe.

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