[Rezension] “Weil wir träumten” von Antonia Michaelis

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Die 16-jährige Emma möchte einmal im Leben ein normales Leben führen. Denn dank ihrer Herzkrankheit musste sie schon viele Einschränkungen in ihrem Leben erdulden. Als sie mit ihrer Urgroßmutter nach Madagaskar reist, ist es für sie das Paradies. Doch als sie die gleichaltrige Fy kennenlernt und sich mit ihr anfreundet, erlebt sie die Schattenseiten Madagaskars und blickt hinter die Fassade des Landes.

Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, schon alleine weil Emma an einer Herzkrankheit leidet und mich das Thema als Kinderkrankenschwester interessiert. Zudem finde ich Madagaskar unglaublich faszinierend und war gespannt, was Emma da erlebt und wie Fy versucht sich durchzuschlagen. Das Setting ist einfach wundervoll und wird hier so echt und authentisch dargestellt, dass ich absolut gefesselt war. Denn die Autorin zeigt ihr nicht nur das Madagaskar der Touristen, sondern auch der Einheimischen und zeigt somit auch ein Leben voller Armut und Gewalt und somit die harte Realität.

Als Leser*in begleitet man Emma und Fy und erlebt so zwei unterschiedliche Schicksale und Denkweisen. Emma und Fy beneiden einander, ohne zu ahnen, dass beide schon einiges durchmachen mussten. Emma konnte nie ein wildes und freies Kind sein. Sie war in ihrem kurzen Leben sehr oft im Krankenhaus und darf vieles nicht machen, was für andere Jugendliche normal ist. Fy dagegen wurde früh Mutter und musste sich durchkämpfen.

Nach und nach erfährt man als Leser*in, was Fy erlebt hat, denn sie umgibt ein großes Geheimnis. Man erlebt die Schattenseiten von Madagaskar und neben Kinderarbeit noch so viel schlimmeres. Dennoch entsteht hier eine besondere und einfühlsame Freundschaft, die mich komplett überzeugen konnte, zumal ich die Protagonisten großartig fand.

Zwar handelt Emma teils sehr naiv und unüberlegt, aber ich konnte sie dennoch verstehen. Sie rebelliert gegen die Grenzen, die ihr Körper ihr setzt und ich konnte gar nicht anders als mit ihr zu fühlen, zumal das durchaus realistisch ist. Gerade chronisch kranke Jugendliche kommen oft an einen Punkt, an dem sie gegen alles rebellieren, auch wenn es ihnen schadet. Gerade deswegen fand ich Emma also überzeugend dargestellt.

Auch Fy konnte mich überzeugen und ich konnte gar nicht anders als mit beiden Mädchen zu fühlen. Besonders als Fy ein Schicksalsschlag nach dem nächsten erlebt und das obwohl sie kaum etwas hat um für ihr Kind zu sorgen.

Der Schreibstil ist eindringlich und konnte mich komplett in seinen Bann ziehen. Hierbei handelt es sich um ein berührendes Jugendbuch, das nicht immer ganz einfach zu lesen ist, weil es sich mit schweren Themen befasst und hochemotional ist. Es wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Emma und Fy geschildert, wobei Emma das ganze in ihrem Reisetagebuch aufschreibt und Fy das Ganze ihrer Tochter erzählt.

Mich konnte das Buch komplett überzeugen. Es ist dramatisch, bewegend, tiefgründig und so wichtig. Es zeigt nicht nur, wie falsch man einen Menschen einschätzt, wenn man nicht hinter die Fassade blickt, sondern auch wie unterschiedlich Kinder aufwachsen können, je nachdem wo und wie sie geboren werden. Beide Schicksale haben mich mitgenommen und dennoch konnte mich die besondere Freundschaft des Buches überzeugen.

Das Ende hat es dann in sich und ich musste oft mit dem Tränen kämpfen. Doch dieses Buch ist besonders und trotz der Dramatik auch wunderschön, denn es ist auch voller Hoffnung. Ich kann dieses Buch nur jedem ans Herz legen, der einmal über seinen Tellerrand schauen möchte.

Für mich war “Weil wir träumten” ein ganz besonderes Buch, das meiner Meinung nach möglichst viele Menschen lesen sollten. Hier erlebt man eine besondere Freundschaft und zwei sehr unterschiedliche Schicksale, voller Dramatik, aber auch Hoffnung. Dieses Buch hat mich tief berührt und wird wohl immer einen Platz in meinem Herzen haben.

2 Replies to “[Rezension] “Weil wir träumten” von Antonia Michaelis”

  1. Schönen guten Morgen!

    Ich hab ja schon einiges von der Autorin gelesen und viele davon sind mir sehr ans Herz gegangen. Sie hat eine ganz besondere Art zu schreiben und das gefällt mir immer total gut! Das Buch ist auf jeden Fall auf meiner Wunschliste.
    Die Themen in ihren Büchern sprechen mich zwar nicht immer an, aber die Umsetzung ist dann so genial, dass ich trotzdem begeistert bin :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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