[Rezension] Janine Wilk- Die Schattenträumerin

 
 

Titel: Die Schattenträumerin

Autor: Janine Wilk 
Genre: Jugendbuch (vom Hersteller empfohlenes Alter: 12-15 Jahre)
Verlag: Planet Girl (Januar 2012)
ISBN: 978-3522502702
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Preis: 14,95 €
  
Kurzbeschreibung:
 
In der Nacht verwandelt sich Venedig. Das Wasser in den Kanälen flüstert
leise, Schatten legen sich über die kleinen Gassen – und Francesca
träumt: Immer näher und näher kommt ihr schrecklicher Verfolger, schon
spürt sie seinen Atem im Nacken – und wacht schweißgebadet auf. Von
ihrer Großmutter erfährt sie, dass die wiederkehrenden Albträume mit
einem Familienfluch zusammenhängen. Einem tödlichen Fluch, der nicht nur sie, sondern ganz Venedig bedroht. Nur ein Buch von dämonischer Natur kann den Fluch lösen und Venedig davor bewahren, in den Fluten zu
versinken. Doch um es zu finden, muss sich Francesca dem Mann aus ihren
Albträumen stellen. Eine atemlose Jagd beginnt … 
Quelle: Verlag
Rezension

 

Die Geschichte:
 
Die Geschichte geht ruhig los. Nach einem Prolog aus dem Jahre 1618, beginnt die Geschichte von Francesca.
Das 13- jährige Mädchen kommt nach Venedig, weil ihre Großmutter etwas von ihr möchte und zuerst erfährt man als Leser nicht viel über ihre Beweggründe, sondern lernt Francesca, ihre Familie und Venedig kennen.
Nacht für Nacht wird Francesca von schlimmsten Albträumen gequält, in denen sie verfolgt wird und sie nicht aufwachen kann. Sie hat immer die Hoffnung, dass die Träume irgendwann weggehen. Doch als sie endlich das Familiengeheimnis von ihrer Großmutter erfährt, wird diese Hoffnung jäh zunichte gemacht Auf der Familie lastet ein Fluch und die Albträume können nur schlimmer werden. Gemeinsam beschließen Francesca und ihre Großmutter den Fluch zu brechen. Doch das ist gar nicht so einfach.
 
Janine Wilk schafft es wunderbare Bilder von Venedig heraufzubeschwören und beschreibt dabei alles so detailliert, überzeugend und atmosphärisch, dass man als Leser das Gefühl hat mitten in Venedig dabei zu sein. Ich liebe solche lebendigen Geschichten.
Dazu gefällt mir der ganze Plot, alles ist durchdacht und wenn man das Buch durchgelesen hat, weiß man auch, was der Prolog mit den Geschehnissen zu tun hat. Dennoch bietet das Buch überraschende Wendungen und im Großen und Ganzen hatte ich keinerlei Ahnung, wie sich die Geschichte entwickelt. Alles wirkt gut recherchiert und sehr authentisch.
Was mir auch sehr gut gefallen hat ist, dass das Buch viele neue Elemente bietet und man nicht ständig das Gefühl hat, dass man das alles schon mal gelesen hat.
Zwar dominiert hier nicht die Spannung, aber es wird auch nicht langweilig und zum Ende hin spitzt sich die Geschichte zu und nimmt auch an Spannung deutlich zu, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Der Fluch und alles was damit zusammenhängt, hat mir das eine oder andere Mal Gänsehaut beschert.
Insgesamt hat mir „Die Schattenträumerin“ sehr viel Spaß beim Lesen bereitet. 
 
Die Protagonisten: 
 
Francesca wirkt durch ihre ganze Art zu denken und zu handeln viel älter als 13. Ich hatte durchweg ein 16-jähriges Mädchen vor Augen und musste mich immer wieder daran erinnern, dass sie ja erst 13 ist. Sie handelt stets überlegt, wirkt sehr reif, ist mutig und denkt sehr viel an andere. Zwar kann ich ihr Verhalten teilweise nachvollziehen, da sie in ihren jungen Jahren durch die Albträume schon einiges mitgemacht hat, aber dennoch hatte ich einfach Probleme mit ihrem Alter.
Davon abgesehen ist Francesca wunderbar ausgearbeitet und eine durchweg sympathische und besonnene Protagonistin. Ich habe sie sehr schnell ins Herz geschlossen und mir ihr mitgefiebert.
Fiorella, Fancescas Großmutter, hat auch sehr zu meinem Lesevergnügen beigetragen, obwohl sie sehr stur, exzentrisch und aufbrausend ist, aber sie hat die Dialoge zu etwas Besonderem gemacht. Außerdem sorgt sie sich bewundernswert um das Wohlergehen ihrer Familie.
Insgesamt gefällt mir die ganze Familie di Medicis (auch wenn die anderen größtenteils einen anderen Nachnamen haben). Sie halten zusammen, auch wenn es den einen oder anderen Streit gibt, aber wenn es darauf ankommt, treten sie als eine Familie auf.
Alle Protagonisten sind datailliert und überzeugend ausgearbeitet. Selbst das Böse wirkt authentisch.
 

Der Schreibstil: 

Der Schreibstil ist unglaublich wortgewandt und sehr bildhalft. Janine Wilk schafft es durch wenige Worte ganze Bilder heraufzubeschwören. Dazu ist der Schreibstil flüssig zu lesen und ich bin zu keiner Zeit ins Stocken geraten. Zu dem tauchen zu Kapitelbeginn immer tolle Zitate auf, die zum Thema und der Geschichte passen, was das ganze noch gut untermalt. 

Das Cover/der Buchtitel:

Das Cover ist ein Traum und völlig nach meinem Geschmack. Es passt zu Venedig und des mystischen Hintergrundes der Geschichte.
Der Titel macht neugierig und hat mit dazu geführt, dass ich es lesen wollte. Er passt sehr gut zu den Albträumen von Francesca.
 
Fazit: 
 
„Die Schattenträumerin“ bietet ein fantastisches Leseabenteuer im malerischen Venedig, mit einem neuen Plot, wunderbaren Protagonisten und einer sehr bildhaften Sprache. Allerdings wirkt die Hauptprotagonistin älter, als sie wirklich ist.
 

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