[Rezension] Bettina Belitz- Linna singt

 
 

Titel: Linna singt
Autor: Bettina Belitz
Genre: Junge Belletristik
Verlag: Script5 (September 2012)
ISBN: 978-3839001394
Gebundene Ausgabe: 508 Seiten
Preis: 18,95 €


Kurzbeschreibung :

Seit fünf Jahren hat Linna sie nicht mehr gesehen: Maggie, Simon, Jules
und Falk, die ehemaligen Mitglieder ihrer Band. Nun treffen sie sich in
einer Hütte in den Bergen wieder, um für einen Auftritt zu proben. Linna
hatte eigentlich keinen Grund, Maggies Einladung zu folgen, denn was
die anderen nicht wissen: Seit damals hat sie keinen Ton gesungen. Doch
etwas treibt sie an, sich ihrem alten Leben zu stellen: die Erinnerung
an eine Nacht mit Falk, dem Gitarristen. Linna muss sagen, was vor fünf
Jahren unausgesprochen blieb, und sie muss hören, ob Falk eine Antwort
hat. Bald beginnt die von Anfang an gespannte Atmosphäre zu kippen: Was
als zwangloses Wiedersehen geplant war, wird zum zermürbenden
Psychospiel, bei dem Linna immer mehr als Lügnerin dasteht. Sie gerät in
einen Strudel aus Verdächtigungen, Abhängigkeiten und tragischen
Missverständnissen, der sie schließlich zwingt, die Erinnerung an
vergangenen Schmerz zuzulassen. Denn dort liegt der Schlüssel zu allem:
der Grund dafür, dass Linna nicht mehr singt.
Quelle: Verlag


Rezension
 
Die Geschichte:
Die Geschichte beginnt ruhig an dem Punkt, an dem Linna überlegt, ob sie der Einladung von Maggie folgen soll und nach fünf Jahren, ohne jeglichen Kontakt ihre alte Band treffen und mit ihnen proben möchte. Und das obwohl sie seitdem nicht mehr gesungen hat. Man begleitet sie bei der Entscheidung und folgt ihrem Weg, erst in Jules Haus (einer der Bandmitglieder) und dann in eine einsame Berghütte. Maggie, Jules, Simon, Falk und Linna waren einmal die Band „Linna singt“. Zusammen mit Tobi, der ihnen früher bei den Auftritten geholfen hat, wollen sie eigentlich proben. Doch dann kommt alles anders. Die sechs werden auf der Hütte eingeschneit, fernab von anderen Menschen und irgendjemand scheint es auf Linna abgesehen zu haben.Ich bin bei diesem Buch mehr als zwiegespalten, wie ich es bewerten soll. Beim Lesen war ich dermaßen gefesselt und in die Welt des Buches vertieft. Es war hochspannend, dramatisch und atemberaubend. Ich konnte es kaum aus der Hand legen, weil ich wissen wollte, wie es ausgeht.

Es gibt wirklich sehr viele dramatische Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet habe.
Es ist über einen sehr langen Zeitraum ein so großer Spannungsbogen vorhanden, dass ich beim Lesen ganz elektrisiert war. Außerdem gewinnt man einen guten Einblick in die Abgründe der menschlichen Seele.
Doch wenn ich das Buch aus der Hand gelegt und mehr darüber nachgedacht habe, sind mir sehr viele Kritikpunkte aufgefallen. Diese habe ich beim Lesen wirklich nicht gemerkt und das macht es mir so schwer das Buch zu bewerten.

Mein größter Kritikpunkt ist wohl, dass die ganze Handlung bei näherem Betrachten zu aufgesetzt, zu übertrieben, zu sehr dramatisiert und damit unrealistisch dargestellt ist. Es gibt so viele nicht nachvollziehbare Handlungen der Protagonisten und unrealistischen Vorkommnisse, wie z.B. dass Linna auf der Hütte bleibt, obwohl es anscheinend jemand auf sie abgesehen hat. Dabei hat sie doch teilweise richtig Angst. Dazu kommt, dass das Ende einfach enttäuschend ist. Nach der ganzen Dramatik und Spannung wirkt das Ende eher lasch und langweilig und passt irgendwie gar nicht zum Rest. Dadurch wirkt das Ende eher erzwungen und als wenn Bettina Belitz keine Idee mehr für einen grandiosen Abschluss hatte. Das hat mich bitter enttäuscht.

Da für Linna die Musik sehr wichtig ist, werden immer wieder Lieder und Bands erwähnt um die Geschehnisse zu untermalen. Außerdem beginnt jedes Kapitel mit einem Songtitel eines Liedes von Mike Oldfield. Mike Oldfield ist Linnas Lieblingssänger und sie verbindet immer sehr viel mit den Liedern. Dieser Aspekt hat mir recht gut gefallen, weil die Lieder oft sehr passend gewählt sind.

Die Protagonisten:
Die Protagonisten sind hier eine Sache für sich. Fünf Jugendliche haben zusammen Musik gemacht. Sehen sich nach fünf Jahren wieder und jeder scheint eine dunkle Vergangenheit, ein psychisches Trauma oder sonstige Probleme zu haben. Das wirkt doch sehr überzogen und passt wieder zu dem Punkt, dass hier alles übertrieben dramatisiert wurde. Viele Handlungen waren für mich nicht nachvollziehbar und teils sehr verstörend.
Dabei bleiben einige Protagonisten dennoch blass und unnahbar, wie z.B. Simon über den man nicht viel erfährt.Linna ist auch ein Fall für sich. Sie ist ganz und gar keine einfache Protagonistin. Einerseits ist sie für andere unnahbar, fühlt sich schnell angegriffen, sieht aber auf ihre ehemaligen Freunde herab und kritisiert sie insgeheim. Sie liebt Konfrontationen und ist oft bissig und gereizt. Kritik kann sie gar nicht gut vertragen, ist sich aber auch ihrer Schönheit bewusst.
Andererseits hatte sie eine recht schwere Kindheit, was einen Teil ihres Verhaltens noch erklären mag, aber dennoch ist sie wirklich keine sympathische Hauptprotagonistin. Was ich hier aber positiv erwähnen möchte, ist, dass sie auch aus den normalen Schema der Protagonisten, die oft sympathisch und langweilig sind, heraussticht, was sehr erfrischend ist. Und obwohl ich so manches mal meine Probleme mit ihrer Art und ihrem Verhalten hatte, habe ich permanent mit ihr mitgefiebert.
Gut hat mir dann aber auch die Entwicklung von Linna gefallen, denn sie findet nach und nach zu sich und kommt mit sich ins Reine.
 
Der Schreibstil:
Der Schreibstil ist, wie man an meiner bisherigen Rezension sieht, wohl das beste an dem Buch. Er ist packend, dramatisch, atemberaubend und elektrisierend. Am liebsten möchte man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Dabei ist der Schreibstil einfach gehalten und man kann das Buch sehr zügig lesen.Die Geschehnisse sind aus Linnas Sicht verfasst (Ich-Perspektive), was einerseits sehr positiv ist, weil man dann hinter Linnas Fassade blicken kann, andererseits hätte ich mir aber des Öfteren einen Perspektivwechsel gewünscht, da man so die Handlungen der anderen Protagonisten nur sehr schwer nachvollziehen kann.
 
Das Cover/der Buchtitel:
Das Cover finde ich sehr gut, auch wenn man es auf den ersten Blick nicht mit der Handlung in Verbindung bringen würde. Aber es passt aus zwei Gründen. Es zeigt eine Schneekugel, was zu dem eingeschneit sein passt und es zeigt Schneewittchen. Schneewittchen passt dazu, weil Linna von Falk so genannt wurde.
Der Titel passt sowieso, weil so die Band hieß.
 
Fazit:
Ich bin bei dem Buch sehr zwiegespalten, da es viele Kritikpunkte für mich gibt. Da diese mir beim Lesen, aber nicht aufgefallen sind und ich sehr gefesselt war, vergebe ich dennoch eine gute Bewertung, auch wenn es mir hier nicht so ganz leicht fällt. 

2 Replies to “[Rezension] Bettina Belitz- Linna singt”

  1. hey
    danke fürs folgen. ich war sehr gespannt auf die rezi zu linna singt. ich war am überlegen,ob das buch was für mich ist, aber ich denke ich nehme doch abstand davon…

    lg
    summer von schlüsselreiz

    werde jetzt öfter mal hier vorbei klicken :-)

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