[Rezension] Ally Carter- Meisterklasse

 
 

Die 15-jährige Kat ist in einer Diebesfamilie aufgewachsen und hat sich von klein auf am Familienunternehmen beteiligt. Doch jetzt möchte sie ein ganz normales Leben führen und ihre Vergangenheit hinter sich lassen. So fälscht sie ihre Vergangenheit um ein elitäres Ostküsten-Internat zu besuchen.
Doch dann wird Kats Leben auf den Kopf gestellt und ihr normales Leben rückt in weite ferne. Ihr Vater steht unter Verdacht einem Mafia-Boss fünf unbezahlbare Gemälde gestohlen zu haben und dieser glaubt Kat nicht, als sie seine Unschuld betäuert.
So bleibt Kat nur eins übrig um ihren Vater zu retten, sie muss die Bilder zurückstehlen…


„Meisterklasse“ beginnt direkt sehr rasant. Man lernt Kat kennen, die auf einem Internat ist und dort rausfliegt. Schnell erfährt man mehr über ihre Vergangenheit und ihre Familie und begleitet sie auf einer spannenden und unterhaltsamen Reise durch die Welt um ihrem Vater zu helfen.

Insgesamt bietet „Meisterklasse“ eine klasse Geschichte über ein paar Jugendliche, die dank ihrer Familien schon früh mit dem Verbrechen in Konflikt gekommen sind. Hierbei bedient sich Ally Carter einiger Klischees, was vor allem bei dem Mafia-Boss auffällt, den ich mir direkt bildlich aus vielen Filmen vorstellen konnte.
Zudem hat mich Ally Carter immer wieder mit ihrem Einfallsreichtum und Ideen überrascht, die dem Buch ein gewisses Suchtpotential geben. Einmal angefangen, kann man gar nicht mehr aufhören Kat und ihre Freunde zu begleiten.

Viel zu meinem Lesegenuss hat wohl auch Kat als Protagonistin beigetragen. Allerdings habe ich beim Lesen sehr oft vergessen, dass sie eigentlich erst 15 ist, weil ihre Handlungsweisen und ihre ganzes Verhalten sie viel älter wirken lässt. Das ist auch bei den anderen Protagonisten der Fall.
Dennoch ist Kat sehr sympathisch und ich finde es toll, wie sie alles stehen und liegen lässt, um ihrem Vater zu helfen. Und obwohl sie einen Einbruch plant, hat sie das Herz auf dem rechten Fleck und man kann sich als Leser gut in sie hineinversetzen.
Unterstützt wird sie von Hale, der alles für sie tun würde, ihrer Cousine Gabrielle, Simon und den Bagshaw-Brüdern. Leider sind mir alle Protagonisten außer Kat zu blass und oberflächig beschrieben, so dass ich gar keinen Bezug zu ihnen bekommen habe.

Auch sonst werden viele Dinge und Geschichten, die die Jugendlichen verbinden nur angedeutet, aber nicht weiter ausgeführt, was mich stellenweise etwas gestört hat. Man erfährt einfach zu wenig über die ganzen Hintergründe.
Dazu sollte man das Buch nicht mit zu viel Logik lesen, da einige Aspekte nur oberflächig durchdacht sind und so gar nicht durchführbar wären. Zudem neigt Ally Carter etwas zu Übertreibungen.

Dagegen gefällt mir besonders gut, dass das ganze Buch als Countdown geschrieben ist und man daran sieht, wie lange Kat noch Zeit hat um die Gemälde wiederzubeschaffen. So wird die Spannung angehoben, weil man genau weiß, dass ihr die Zeit davonläuft.
Die Handlung wird aus der Sicht von Kat (personaler Erzähler) geschildert und mit viel Witz und Humor und einem einfachen, lockeren und rasanten Schreibstil kann „Meisterklasse“ punkten.
Insgesamt bietet es schlichte und sehr gute Unterhaltung für zwischendurch. Leider sind am Ende viele Fragen ungeklärt und man wird als Leser ziemlich ratlos zurückgelassen, was ich sehr schade finde.
Ich hoffe, dass es im nächsten Band mehr Aufklärung geben wird.


Ich habe lange hin und her überlegt, wie ich dieses Buch bewerten soll, weil es mich richtig unterhalten hat. Beim Lesen fliegen die Seiten nur so dahin. Und so gebe ich dem Buch eine knappe Leseempfehlung, auch wenn es recht viele Mängel aufweist. Wenn man ein Buch für zwischendurch sucht, bei dem man getrost das Gehirn abschalten kann, macht man mit „Meisterklasse“ nichts verkehrt.


5 Replies to “[Rezension] Ally Carter- Meisterklasse”

  1. Da schleich ich ja schon Ewigkeit drum herum, aber man hört immer wieder nicht so gutes und deswegen ist es bei mir immer noch auf der WuLi.
    Schöne ehrliche Meinung :)
    LG Bea

    1. Hi Bea,
      ich finde für die 9 € ist es wirklich nicht schlecht. Das Geld der Hardcover-Ausgabe wäre es mir aber glaube ich nicht wert. Dafür ist die Unterhaltung zu kurzweilig. ;)
      LG ^-^

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