[Rezension] Kate Harrison- Soul Beach: Frostiges Paradies (Band 1)

 
 
 

Als Meggie Forster ermordet wird, ändert sich das Leben ihrer sechzehnjährigen Schwester Alice für immer. Sie vermisst ihre
Schwester, und da diese berühmt war, lässt auch die Presse ihre
Familie nicht in Ruhe. Auch ist der Mörder noch immer nicht
gefunden.

Am Tag von Meggies Beerdigung geschieht dann das Unfassbare. Alice
bekommt eine E-Mail von ihrer toten Schwester. In dieser wird Alice
in die virtuelle Welt vom Soul Beach eingeladen. Doch zuerst glaubt
Alice nur an einen schlechten Scherz, gibt dann aber doch nach und
besucht diese Welt. Dort trifft sie auf Meggie, die sich wie viele
andere tote junge Menschen dort aufhält. Alice beginnt sich in der
Welt zu verlieren und verbringt immer mehr Zeit bei Meggie. 

Doch das Soul Beach hat einiges zu verbergen und hat seltsame
Regeln. Wird Alice die Geheimnisse lüften und ihrer Schwester helfen
können?

 

„Soul Beach“ ist mir durch das sehr schön gestaltete
Cover ins Auge gesprungen. Zuerst war ich skeptisch, ob es was für
mich sein könnte, aber da ich neugierig war, habe ich es auf einen
Versuch ankommen lassen.

Es ist definitiv anders, als ich zuerst gedacht hätte. Man
ist zum Schluss nicht schlauer, als zu Beginn, was den ungeklärten
Mordfall angeht. Zwar kann man als Leser wilde Vermutungen anstellen,
aber eine Lösung gibt es zu keiner Zeit. Daran merkt man, dass es
sich hierbei um einen Auftaktband handelt.

Dennoch ist er nicht schlecht. Spannung herrscht eigentlich nur
sehr, sehr wenig vor. Insgesamt passiert wirklich wenig in dem Buch
und man muss sich auf einer ganz anderen Ebene auf den Inhalt
einlassen. Die Idee hinter dem Plot ist auf jeden Fall
vielversprechend und ansprechend.

Vordergründig geht es um die starken Emotionen von Alice, die mit
dem Tod ihrer Schwester zu kämpfen hat und um den Zerfall ihrer
Familie, der meiner Meinung nach sehr authentisch dargestellt ist. 

Alice als Protagonistin ist dabei sehr realitätsnah und gut
dargestellt, sodass man als Leser gar nicht anders kann, als mit ihr
zu fühlen. Zwar konnte ich ihre Handlungen zwischenzeitlich nicht
nachvollziehen, aber dennoch war sie mir sehr sympathisch. Etwas irritert hat mich allerdings der lockere Umgang mit Alkohol, da Alice doch sehr häufig etwas trinkt.

Neben Alice gibt es viele andere interessante und authentische
Protagonisten, die die Handlung bereichern und für Tiefgang des Plots sorgen.

Als dann die E-Mail ankommt und Alice sich dazu entscheidet die
Seite zu besuchen und landet sie im Soul Beach. Ab dann fing es an,
teilweise umglaubhaft zu werden. Ich kann mir kaum vorstellen, wie
Alice an ihrem Rechner sitzt, aber dennoch den Wind und den Sand
spürt. Zwar kann ich mir vorstellen, dass man sich in eine
Online-Welt verliert und die Realität ausblendet, aber der Teil war
mir doch etwas zu viel des Guten. Auch gibt es eine Liebesgeschichte
und ein Ende, für das ich stellenweise einfach kein Verständnis
hatte, obwohl die Beschreibungen detailliert und wunderbar sind.
Vielleicht könnte ich alles besser nachvollziehen, wenn es gute
Erklärungen dafür geben würde, aber die fehlen mir. 

Auch wenn mich der Soul Beach-Teil des Buches nicht so wirklich
überzeugen konnte, gibt es ganze Passagen, die mir außerordentlich
gut gefallen haben. Diese spielen aber alle in der Realität, und
besonders als Alice Nachforschungen anstellt, wird das ganze Buch
etwas spannender und sehr interessant.

So ist das Buch trotz der Schwächen für mich kein völliger
Reinfall gewesen. Denn auch der Schreibstil ist nach meinem
Geschmack. Er ist leicht und locker zu lesen, dabei detailliert und
sehr atmosphärisch. Kate Harrison versteht sich darauf dem Leser
Gefühle zu übermitteln, was auch daran liegt, dass die Handlung aus
der Ich-Perspektive von Alice geschildert wird.
Dazu gibt es aber auch kurze Passagen, die aus der Sicht des Mörders geschildert sind, in denen eindrucksvoll beschrieben wird, wie psychisch verdreht jemand sein muss, um einen Mord zu begehen.
 

Ich denke, dass ich die Folgebände lesen werde, weil ich neugierig bin, wie es weitergeht.

„Soul Beach“ ist ein Buch, dass nicht jedem gefallen
dürfte. Man muss sich auf etwas anderes einlassen, als man zuerst
denkt, und bekommt so gut wie keine Antworten geliefert. Wer
allerdings nach einem atmosphärischen und emotionalen Buch sucht und
nicht auf viel Spannung angewiesen ist, dürfte dennoch gefallen an
dem Buch finden. Die Idee dahinter ist auf jeden Fall nach meinem
Geschmack. Für mich war es ein mittelmäßiger Lesegenuss mit Höhen und
Tiefen.

4 Replies to “[Rezension] Kate Harrison- Soul Beach: Frostiges Paradies (Band 1)”

  1. Das mit der Spannung haben sicherlich viele anders erwartet. Ich war zum Glück durch etliche Rezis gut vorgewarnt und so konnte es mich wirklich begeistern :-)
    Die ganzen Alkohol-Sache immer und überall schmälerte das ein klein wenig :-)

    Nachvollziehbare Kritik, wie immer schön ausgedrückt :-)

    glg
    Steffi

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