[Rezension] Leigh Bardugo- Grischa: Eisige Wellen (Band 2)

 
 
 

Alina und Maljen sind auf der Flucht. Nachdem sie gegen den Dunklen gekämpft haben, wollen sie nur noch eins, friedlich und ungestört leben. Dazu verlassen sie ihre Heimat Rawka und fliehen über die Wahre See. Doch selbst so weit weg von zu Hause, hören sie Schreckliches und schnell wird klar, dass der Dunkle nicht ruhen eher ruhn wird, bis er Alina und ihre Macht in seiner Gewalt hat.


Der erste Band der Trilogie „Grischa- Goldene Flammen“ hat mir nach einigen Anfangschwierigkeiten außerordentlich gut gefallen. So bin ich
natürlich mehr als neugierig darauf gewesen, wie es mit Alina
weitergeht. Zuerst habe ich befürchtet, dass ich schwer in die Geschichte hineinfinde, weil die Namen und Begriffe sehr außergewöhnlich sind. Aber dank einer Karte zu Beginn des Buches und eines Glossars am Ende habe ich sehr schnell wieder in die fiktive Fantasy-Welt „Grischas“ hineingefunden.
Das Setting erinnert weiterhin an ein russisch angehauchtes Zarenreich und ich bin schnell wieder in diese wunderbare magische Welt versunken.

Die Idee der Grischa ist hier noch weiterausgebaut worden und der Einstieg ist sehr gut gelungen. Man begleitet Alina und Maljen auf ihrer Flucht und durch kurze Rückblenden wird man langsam wieder in die Geschehnisse hineingeführt, ohne das man durcheinander kommt. Sehr schnell baut sich Spannung auf, die mich völlig an das Buch gefesselt hat. Im weiteren Verlauf lässt diese leider etwas nach und der Schwerpunkt liegt dann auf zwischenmenschlichen Beziehungen, Politik und Kriegsstrategien. Diese Stellen haben mich zwar nicht hundertprozentig überzeugt, aber da das Ende grandios ist und in einem spannenden Finale gipfelt, war das für mich durchaus zu verschmerzen. Leigh Bardugo hat es zudem immer wieder geschafft, mich zu überraschen. Ihre Grundidee hat sie mit Legenden und Mythen ergänzt, die gut dazu passen.

Außerdem haben mir die Entwicklungen der Protagonisten sehr gut gefallen. Alina habe ich aus dem Vorband ganz anders in Erinnerung. Sie war eher unauffällig, ohne Selbstbewusstsein, aber recht sympathisch. Doch nun wächst sie an ihren Aufgaben, wird zunehmend ehrgeiziger und bestimmend. Nacht für Nacht hat sie Albträume und es quälen sie Zweifel.
Auch Maljen verändert sich und hat immer mehr damit zu kämpfen, dass er nicht versteht, wie es für Alina ist eine Grischa zu sein. Stellenweise kann ich ihn gut verstehen, stellenweise finde ich sein Verhalten völlig unverständlich und einfach nur traurig. Aber nicht nur die Beiden
verändern sich und haben immer wieder Überraschungen parat, auch
der Dunkle hat mich völlig überrascht, da er nicht mehr der Alte
ist. Dazu gibt es neben den schon bekannten Protagonisten neue, mehr als interessante und facettenreiche Protagonisten, allen voran Sturmhond, der Freibeuter, den Alina gerne Pirat nennt. Er hat oft dafür gesorgt, dass ich
lachen und schmunzeln musste und hinter ihm verbirgt sich viel mehr, als man zuerst denkt. Durch diese wunderbar ausgearbeiteten und prägnanten Protagonisten wurde „Grischa“ für mich zu einem wahren Lesegenuss.

Auch der Schreibstil hat es mir angetan, da er zu dem ganzen Setting passt. Er passt durch die Ausdrucksweise und die Art, wie die Menschen sprechen einfach perfekt in das Zarenreich, sodass es ein stimmiges Ganzes ergibt. Dennoch ist er leicht und locker zu lesen und kann starke Gefühle beim Leser hervorrufen.
Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive von Alina geschildert, sodass man hautnah an ihren Gedanken und Gefühlen dran ist, was ich immer gut finde.

Viel zu schnell war der zweite Band der „Grischa“-Trilogie zu Ende und ich freue mich jetzt schon sehr auf den Abschluss, da das Ende einen grandiosen letzten Band verspricht.


„Grischa- Eisige Wellen“ ist eine grandiose Fortsetzung, die mich schnell fesseln konnte. Der
Mittelteil war für meinen Geschmack ein kleines bisschen zu zäh,
aber das Ende konnte das wieder völlig ausgleichen. Die Geschichte
lebt durch ihre außergewöhnlichen und interessanten Protagonisten
und einem fantastischen Setting.

8 Replies to “[Rezension] Leigh Bardugo- Grischa: Eisige Wellen (Band 2)”

  1. Wir sind ja so ziemlich genau zu demselben Ergebnis gekommen :-)
    Bei mir ist es nur knapp an den vollen 5 vorbei, eben genau wegen diesem Politteil :)
    Wäre es so geblieben wie im ersten Drittel, dann wäre da gar keine Überlegung geblieben :-)

    Glg
    Steffi

  2. Ich fand ehrlich gesagt Alinas Verhalten unverständlicher als Maljens ;)
    Definitiv eine Protagonistin, die mir nicht liegt. Ansonsten eine echt gute Story, aber die Längen im Mittelteil haben mich schon etwas gestört.
    lG,
    Svenja

    1. Huhu Svenja,
      da sieht man wieder, wie unterschiedlich der Eindruck sein kann. Wahrscheinlich mag ich Alina zu viel und verzeihe ihr einiges. ;)
      Dass die Längen im Mittelteil dich gestört haben, kann ich gut verstehen.
      Liebe Grüße
      Mandy

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