[Rezension] Thomas Thiemeyer- Das verbotene Eden: Logan und Gwen (Band 2)

 
 

Die junge Heilerin Gwen fühlt sich allein und gibt sich die Schuld daran, dass ihre Freundin Juna mit einem Mann geflohen ist. In einer Welt, in der Frauen und Männer sich hassen, ist so etwas undenkbar.

Der Inquisitor plant einen Großangriff um die Frauen, die er als „Hexen“ bezeichnet ein für alle Mal zu besiegen. Doch dafür benötigt er die Hilfe der
Clans, die aber nicht alle hinter ihm stehen.
Als er einen weiteren kleinen Angriff gestartet hat, beschließt der Hohe Rat der Frauen ihn zu töten, in der Hoffnung, dass danach kein Krieg gegen die Männer nötig ist.
So schließt Gwen sich einem Spähtrupp an, der durch alte U-Bahn-Schächte einen Weg zum Inquisitor finden möchte. Doch der Einsatz scheitert und Gwen wird von dem jungen Kämpfer Logan gerettet, der sie als Sklavin verkaufen möchte. Doch dann kommt alles anders…

 
 

Nachdem Band eins schon zu meinen Lieblingsbüchern gehört, war ich natürlich sehr gespannt auf den zweiten Band. Da dieser von ganz anderen
Protagonisten handelt und nichts mehr mit David und Juna aus dem
ersten Band zu tun hat, war ich gespannt, ob dieser Band meinen
Erwartungen überhaupt gerecht werden kann und ich muss sagen, Logan und Gwen haben meine Erwartungen übertroffen.

Von der ersten Seite an war ich wieder völlig gefesselt und in der detailliert durchdachten Welt von Thomas Thiemeyer versunken. Wie im Vorband gefällt mir weiterhin die Idee, dass Frauen und Männer sich aufgrund eines Virus hassen außerordentlich gut, da das doch so einige Probleme mit sich bringt.
Wie im Vorband schon angedeutet scheint das Virus mittlerweile nicht mehr zu wirken, aber die Gesellschaftsstrukturen sind so eingefahren, dass das kaum jemand merkt und ein Krieg droht. Dieser Handlungsstrang zieht sich durch das ganze Buch, wird aber durch viele kleinere Handlungsstränge ergänzt, sodass ein stimmiges Ganzes entsteht.

Dabei ist die Entwicklung von Gwen außerordentlich gut gelungen. Sie hasst die Männer, weil einer ihr ihre geliebte Juna weggenommen hat, und muss sich mit Logan arrangieren. Nach und nach verändern sich aber ihre Gefühle, was sehr gut dargestellt ist. Gwen ist dabei eine sehr interessante
Protagonistin, die sich mit dem Heilen auskennt, aber keine Kämpferin
ist. So ist sie als Hauptprotagonistin schon ma ganz anders, als Juna
im Vorband.
Auch Logan ist so ganz anders als David. Logan lebt in einem Clan und hat es geschafft als jüngster Champion den Heuert-Wettkampf zu bestehen und dafür zu sorgen, dass sein Clanführer die Außenbezirke regieren darf. Er ist ein Kämpfer und ein Familienmensch und versucht immer das Richtige zu tun, auch wenn das nicht immer gelingt.
Wie auch im Vorband, sind alles Protagonisten detailliert und tiefgründig ausgearbeitet und weisen verschiedene Facetten auf, sodass man deren Handlungen nicht immer voraussagen kann, diese aber immer zu ihnen passen.

Der Plot ist durchgehend spannend und bietet Überraschungen, sodass  beim Lesen keine Langeweile aufkommt, auch wenn die
Schwerpunkte hier anders gesetzt sind, als im Vorband. Interessant
finde ich auch, dass Thomas Thiemeyer neue Ideen in eine eigentlich
dem Leser schon bekannte Welt einbaut, wie z.B. die Bleichen, die mal
Menschen waren, aber nun Raubtiere sind, die unter der Erde leben.

Auch an dem Schreibstil habe ich nichts auszusetzen. Thomas Thiemeyer schreibt sehr fesselnd, dabei leicht und locker und setzt Beschreibungen an der richtigen Stelle an, sodass man sich alles gut vorstellen kann, aber
es nicht zu viel wird.
Die Handlung wird meistens aus der Sicht von Gwen und Logan (personaler Erzähler) geschildert, aber es gibt auch einige Passagen aus anderen Sichten, die den Leser noch neugieriger machen. So ergibt das Buch ein stimmiges Gesamtbild und das Ende macht sehr neugierig auf den letzten Band, vor allem weil man Magda und Ben in den Vorbänden schon kennenlernen durfte.

Mit dem zweiten Band hat Thomas Thiemeyer eine grandiose Fortsetzung geschaffen, die mich komplett begeistern konnte.
Jeder Dystopie-Fan sollte sich diese Reihe nicht entgehen lassen, denn es lohnt sich.

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