[Rezension] „Die Spur ins Schattenland“ von Jonathan Stroud

Niemand glaubt Charlie, dass ihr bester Freund Max nicht einfach nur ertrunken ist. Denn sie war dabei. Max hat sich ganz seltsam verhalten und wurde von unheimlichen Wesen immer tiefer ins Wasser gezogen. Charlie ist sich sicher, dass er im Schattenland ist, denn in ihren Träumen sieht sie ihn. Sie beschließt ihm zu folgen und ihn zurückzuholen, doch das ist nicht ganz ungefährlich…
 
 
Spätestens seit der „Lockwood & Co.“-Reihe bin ich ein riesiger Fan von den Werken des Autors und da „Die Spur ins Schattenland“ nun in einer Neuauflage erschienen ist, wollte ich es unbedingt lesen. Das Buch ist anders als die anderen Bücher, die ich von ihm kenne. Es ist düsterer, melancholicher, trauriger und befasst sich mit einem ernsten Thema, was es sehr tiefgründig macht.
Das Buches befasst sich hauptsächlich mit Verlust, Trauer und Begreifen und Charlies Reise ins Schattenland ist ihre Art mit dem Verlust, mit dem sie nicht umgehen kann, fertig zu werden. 

Der Plot wird aus der Ich-Perspektive von Charlie und ihrem Bruder James geschildert, was ich sehr gelungen finde. James sorgt sich um seine Schwester und versucht alles um sie bei ihrem Verlust zu unterstützen.
Beide Protagonisten sind unglaublich tiefgründig und überzeugend ausgearbeitet, was bei so einem Buch mehr als wichtig ist.

Das Buch ist einzigartig und der Plot insgesamt wirklich gut, aber obwohl Charlies Gefühle eindrucksvoll und sehr überzeugend dargestellt werden, zieht sich der Plot zeitweise sehr, da wenig passiert und der Schmerz mehr als ausgeschmückt wird. Das ist bis zu einem gewissen Grad zwar notwendig und auch gut, aber hier war es mir manchmal zu viel. Dabei konnte ich Charlies Besessenheit nicht immer nachvollziehen, weil Max für mich einfach zu blass dargestellt war und ich nur wenig Zugang zu ihm gefunden habe.

Der Schreibstil ist gewohnt großartig, mit starken Emotionen, tollen Beschreibungen und einer eindringlichen Sprache. Dabei ist alles leicht und locker zu lesen. Allerdings fehlte mir hier aufgrund des Themas der Humor des Autors, den ich so sehr liebe.

Das Ende regt zum Nachdenken an und ist nicht unbedingt einfach zu verdauen, aber dennoch schließt es dieses ungewöhnliche Buch sehr gut ab.
Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass das Buch ab 11 Jahren empfohlen wird. Das finde ich etwas zu früh und würde es erst ab 14 Jahren empfehlen, da ich mir vorstellen könnte, dass 11-Jährige nicht das ganze Ausmaß des Buches verstehen könnten. 

„Die Spur ins Schattenland“ war anders als ich es vorher erwartet habe und der Plot ist etwas Besonderes. Dennoch konnte es mich nicht ganz überzeugen und bekommt, trotz vieler Dinge die mir gefallen haben, „nur“ eine sehr gute 3-Sterne-Bewertung.
Wer nach einem tiefgründigen Buch voller Emotionen sucht und auch mit dem Schmerz der Protagonistin umgehen kann, sollte hier auf jeden Fall einen Blick riskieren.

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