[Filmrezension] „Shape of Water- Das Flüstern des Wassers“

In den 1960er Jahren lebt die stumme und alleinlebende Elisa über einem Kino und verdient ihren Lebensunterhalt als Reinigungskraft in einem US-Militärlabor. Jeder Tag läuft für sie nach dem gleichen Schema ab. Bis eines Tages ein Wesen dort gefangen gehalten wird, an dem geforscht wird. Dieses Wesen ist halb Mensch und halb Amphibie und Elisa ist von diesem Wesen fasziniert. Sie kommuniziert mit ihm und baut eine ganz besondere Beziehung zu diesem Wesen auf und schließlich möchte sie ihm helfen.

„Shape of Water- Das Flüstern des Wassers“ ist ein Film, der mich zuerst abgeschreckt hat. Der Trailer war recht gruselig und der Soundtrack und auch alles andere klang speziell. Doch nachdem ich mich mehr mit dem Film befasst hatte, wollte ich den Film sehen und auch das Buch lesen. In diesem Fall habe ich zuerst den Film gesehen und kann deswegen nicht sagen, wie die Umsetzung im Vergleich zum Buch gelungen ist. 

Der Film an sich ist speziell und wird wohl nicht jedem gefallen. Ich fand ihn gut, da das Flair der 1960er Jahre perfekt getroffen wurde, sei es durch das Aussehen der Schauspieler, durch den Soundtrack oder durch die Dialoge und Wertvorstellungen. So empfand ich den Film trotz des Fantasyanteils durch das fremde Wesen als sehr authentisch. 
Dennoch muss man sich beim Schauen des Filmes bewusst sein, dass es einen Fantasyanteil hat, weil die Liebe zwischen Elisa und dem Wesen nun mal so nicht realistisch ist und eher an eine „Die Schöne und das Biest“-Variante erinnert, zudem wirft der Film ethische Fragen auf, da nun mal das Wesen kein richtiger Mensch ist und auch das Thema Sex thematisiert wird.

Dennoch fand ich die hier dargestellte Beziehung zwischen Elisa und dem Wesen eindrucksvoll. Mit Gebärdensprache findet sie Zugang zu dem Wesen, nähert sich ihm nach und nach an, ändert unmerklich ihren Tagesablauf und blüht dabei auf, sodass die eigentlich stille, zurückhaltende Frau eine tolle Rolle in diesem Film einnimmt und ich muss sagen, dass Sally Hawkins diese Rolle perfekt verkörpert.

Was mich etwas gestört hatte, war die klischeehafte Rolle von Michael Shannon, der den Colonel Richard Strickland spielt. Dieser hat das Wesen gefangen und ist dafür verantwortlich. Er ist wirklich die Klischeefigur eines harten und pflichtbewussten Amerikaners, der zu Hause den amerikanischen Traum von lieben Kindern, einer Ehefrau, die nur für ihn da ist und einem tollen Auto lebt und daran hindern ihn auch nicht die vor sich hinfaulenden Finger, die das Wesen ihm abgebissen hatte. Er schüchtert Elisa immer wieder ein und war einfach der typische Bösewicht.
Dagegen fand ich Octavia Spencer als Kollegin und Freundin von Elisa ganz großartig.

Doch an sich muss ich sagen, dass die schauspielerische Leistung sehr gut zu der Atmosphäre des Filmes gepasst hat. Dieser Film ist eher düster, bedrückend, aber auch voller Liebe und Details.
Der Plot ist zwar ziemlich vorhersehbar und wenn man etwas aufpasst, weiß man recht schnell, wie der Film ausgeht, aber dennoch konnte er mich fesseln und vor allem von den Emotionen her überzeugen. Ich habe mit Elisa gefühlt und konnte ihr Schicksal sehr gut nachvollziehen. Es ist ein Film über die Liebe und über die Menschlichkeit und das in Zeit des kalten Krieges.

Von Guillermo del Toro kannte ich bisher nur „Pans
Labyrinth“, ein Film der noch immer zu meinen Highlights gehört. „Shape
of Water- Das Flüstern des Wassers“ kommt da für mich nicht ganz heran,
aber dennoch hat der Regisseur hier großes geleistet und hier Menschen
gezeigt, die trotz aller Schwierigkeiten über sich hinauswachen und eine
Liebesgeschichte die ihres gleichen sucht, aber auch ethische Fragen
aufwirft.

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