[Rezension] „Immerwelt- Der Anfang“ von Gena Showalter

Tenley hat ihren eigenen Kopf. Anstatt sich dem Willen ihrer Eltern zu beugen und den Vertrag mit Myriad zu unterschreiben, weisen ihre Eltern sie in eine Besserungsanstalt ein, in der sie gequält und misshandelt wird. Denn Tenley lebt in einer Welt in der es zwei Leben gibt und nach dem Tod gelangt man entweder nach Myriad oder nach Troika, zwei sehr unterschiedliche Reiche und beide wollen Tenley auf ihre Seite ziehen. Dafür schicken die Reiche Agenten aus, denn Tenley scheint etwas besonderes zu sein.

Von diesem Buch habe ich jetzt schon sehr unterschiedliche Meinungen gehört und viele waren sehr negativ. Dennoch war ich gespannt auf diesen Auftakt, weil die „Alice im Zombieland“-Reihe zu meinen absoluten Lieblingsreihen gehört. Der Beginn war direkt vielversprechend, da es dort um einen E-Mail-Verkehr geht, der sehr unterhaltsam war und mich neugierig gemacht hat.

Danach fiel es mir aber schwer in die Geschichte hineinzufinden. Tenley lebt in einer Welt, die unserer gleicht, aber es gibt nach dem eigentlichen Leben noch ein Zweitleben und man verpflichtet sich im ersten Leben schon dazu in welches Reich man nach dem Tod kommt. Myriad und Troika sind zwei sehr unterschiedliche Reiche und sie werben mit schönen Aussichten und machen das andere Reich schlecht. Das eine ist dunkel, das andere hell. Doch es gibt noch eine Möglichkeit, wenn man sich keinem der Reiche verpflichtet landet man in EWIG LEBEN, doch keiner weiß, was einen da wirklich erwartet. Bis ich diesen Zusammenhang verstanden habe und auch hinter die Geheimnisse der Agenten der beiden Reiche gekommen bin, fand ich alles extrem verwirrend. 

Dennoch konnte mich das Buch fesseln, denn die Szenen in der Besserungsanstalt waren erschreckend, emotional und unglaublich spannend. Was Tenley dort durchmachen musste, hat mich einfach schockiert und vor allem auch, dass ihre Eltern das zulassen. Dennoch wächst sie an den Aufgaben, ist eine starke Protagonistin und weiß sich zu helfen, auch wenn ich manche ihrer Handlungen extrem unsympatisch fand. Die zwei Agenten, die auf Tenley angesetzt wurden, fand ich dagegen unglaublich spannend, auch wenn mir die Liebesgeschichte, die in diesem Buch auftaucht, etwas auf die Nerven geht, weil manches zu vorhersehbar war und ich sie auch völlig unnötig finde.

Der Schreibstil ist sehr bildlich und fesselnd und insgesamt auch sehr emotional. Der Plot wird aus Tenleys Ich-Perspektive geschildert, es gibt aber auch weiterhin E-Mails wie zu Beginn des Buches.

Der Plot an sich war nicht schlecht, doch manches ist doch arg unlogisch und die Idee ist nicht völlig neu. Es erinnert ein bisschen daran, dass ein Reich den Himmel, das andere die Hölle symbolisiert, aber dennoch finde ich die Umsetzung insgesamt spannend und gelungen. Am Ende bleiben viele Fragen offen, aber dennoch bin ich gespannt wie es im zweiten Band weitergehen wird.

Ich kann verstehen, das viele Leser von dem Buch enttäuscht waren. Ich habe lange überlegt, wie ich es bewerte, aber da ich mich größtenteils sehr gut unterhalten fühlte und es spannend fand, vergebe ich trotz meiner Kritik sehr, sehr knappe vier Sterne. Das Buch ist teils wirr, unlogisch und die Liebesgeschichte hätte nicht sein müssen, dennoch bin ich gespannt auf die Fortsetzung.

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen bei HarperCollins.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.