[Rezension] Janine Wilk- Die Schattenträumerin

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Titel: Die Schattenträumerin

Autor: Janine Wilk 
Genre: Jugendbuch (vom Hersteller empfohlenes Alter: 12-15 Jahre)
Verlag: Planet Girl (Januar 2012)
ISBN: 978-3522502702
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Preis: 14,95 €
  
Kurzbeschreibung:
In der Nacht verwandelt sich Venedig. Das Wasser in den Kanälen flüstert
leise, Schatten legen sich über die kleinen Gassen – und Francesca
träumt: Immer näher und näher kommt ihr schrecklicher Verfolger, schon
spürt sie seinen Atem im Nacken – und wacht schweißgebadet auf. Von
ihrer Großmutter erfährt sie, dass die wiederkehrenden Albträume mit
einem Familienfluch zusammenhängen. Einem tödlichen Fluch, der nicht nur
sie, sondern ganz Venedig bedroht. Nur ein Buch von dämonischer Natur
kann den Fluch lösen und Venedig davor bewahren, in den Fluten zu
versinken. Doch um es zu finden, muss sich Francesca dem Mann aus ihren
Albträumen stellen. Eine atemlose Jagd beginnt … 
Quelle: Verlag

Über die Autorin:

Janine Wilk wurde am 07.07.1977 in Mühlacker geboren. Schon im jungen
Alter konnte sie sich für Literatur begeistern, mit 11 Jahren schrieb
sie dann bereits ihre ersten Geschichten. Anfang 20 begann sie mit den
Arbeiten an ihrem ersten Buch. Bald darauf folgten die ersten
Veröffentlichungen im Bereich Kurzprosa und Lyrik. Janine Wilk lebt mit
Mann und zwei Kindern in der Nähe von Heilbronn.
Quelle: Verlag


Rezension

 

Die Geschichte:

Die Geschichte geht ruhig los. Nach einem Prolog aus dem Jahre 1618, beginnt die Geschichte von Francesca.
Das 13- jährige Mädchen kommt nach Venedig, weil ihre Großmutter etwas von ihr möchte und zuerst erfährt man als Leser nicht viel über ihre Beweggründe, sondern lernt Francesca, ihre Familie und Venedig kennen.
Nacht für Nacht wird Francesca von schlimmsten Albträumen gequält, in denen sie verfolgt wird und sie nicht aufwachen kann. Sie hat immer die Hoffnung, dass die Träume irgendwann weggehen. Doch als sie endlich das Familiengeheimnis von ihrer Großmutter erfährt, wird diese Hoffnung jäh zunichte gemacht Auf der Familie lastet ein Fluch und die Albträume können nur schlimmer werden. Gemeinsam beschließen Francesca und ihre Großmutter den Fluch zu brechen. Doch das ist gar nicht so einfach.
Janine Wilk schafft es wunderbare Bilder von Venedig heraufzubeschwören und beschreibt dabei alles so detailliert, überzeugend und atmosphärisch, dass man als Leser das Gefühl hat mitten in Venedig dabei zu sein. Ich liebe solche lebendigen Geschichten.
Dazu gefällt mir der ganze Plot, alles ist durchdacht und wenn man das Buch durchgelesen hat, weiß man auch, was der Prolog mit den Geschehnissen zu tun hat. Dennoch bietet das Buch überraschende Wendungen und im Großen und Ganzen hatte ich keinerlei Ahnung, wie sich die Geschichte entwickelt. Alles wirkt gut recherchiert und sehr authentisch.
Was mir auch sehr gut gefallen hat ist, dass das Buch viele neue Elemente bietet und man nicht ständig das Gefühl hat, dass man das alles schon mal gelesen hat.
Zwar dominiert hier nicht die Spannung, aber es wird auch nicht langweilig und zum Ende hin spitzt sich die Geschichte zu und nimmt auch an Spannung deutlich zu, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Der Fluch und alles was damit zusammenhängt, hat mir das eine oder andere Mal Gänsehaut beschert.
Insgesamt hat mir „Die Schattenträumerin“ sehr viel Spaß beim Lesen bereitet. 

Die Protagonisten: 
 
Francesca wirkt durch ihre ganze Art zu denken und zu handeln viel älter als 13. Ich hatte durchweg ein 16-jähriges Mädchen vor Augen und musste mich immer wieder daran erinnern, dass sie ja erst 13 ist. Sie handelt stets überlegt, wirkt sehr reif, ist mutig und denkt sehr viel an andere. Zwar kann ich ihr Verhalten teilweise nachvollziehen, da sie in ihren jungen Jahren durch die Albträume schon einiges mitgemacht hat, aber dennoch hatte ich einfach Probleme mit ihrem Alter.
Davon abgesehen ist Francesca wunderbar ausgearbeitet und eine durchweg sympathische und besonnene Protagonistin. Ich habe sie sehr schnell ins Herz geschlossen und mir ihr mitgefiebert.
Fiorella, Fancescas Großmutter, hat auch sehr zu meinem Lesevergnügen beigetragen, obwohl sie sehr stur, exzentrisch und aufbrausend ist, aber sie hat die Dialoge zu etwas Besonderem gemacht. Außerdem sorgt sie sich bewundernswert um das Wohlergehen ihrer Familie.
Insgesamt gefällt mir die ganze Familie di Medicis (auch wenn die anderen größtenteils einen anderen Nachnamen haben). Sie halten zusammen, auch wenn es den einen oder anderen Streit gibt, aber wenn es darauf ankommt, treten sie als eine Familie auf.
Alle Protagonisten sind datailliert und überzeugend ausgearbeitet. Selbst das Böse wirkt authentisch.

Der Schreibstil:  

Der Schreibstil ist unglaublich wortgewandt und sehr bildhalft. Janine Wilk schafft es durch wenige Worte ganze Bilder heraufzubeschwören. Dazu ist der Schreibstil flüssig zu lesen und ich bin zu keiner Zeit ins Stocken geraten.

Zu dem tauchen zu Kapitelbeginn immer tolle Zitate auf, die zum Thema und der Geschichte passen, was das ganze noch gut untermalt. 

 

Das Cover/der Buchtitel:

Das Cover ist ein Traum und völlig nach meinem Geschmack. Es passt zu Venedig und des mystischen Hintergrundes der Geschichte.
Der Titel macht neugierig und hat mit dazu geführt, dass ich es lesen wollte. Er passt sehr gut zu den Albträumen von Francesca.
Fazit: 
„Die Schattenträumerin“ bietet ein fantastisches Leseabenteuer im malerischen Venedig, mit einem neuen Plot, wunderbaren Protagonisten und einer sehr bildhaften Sprache. Allerdings wirkt die Hauptprotagonistin älter, als sie wirklich ist.
Hintergrundinformationen
– Hierbei handelt es sich um einen Einzelband.
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[Rezension] Tahereh H. Mafi- Ich fürchte mich nicht

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Titel: Ich fürchte mich nicht
Originaltitel: Shatter me 

Autor: Tahereh H. Mafi
Genre: Dystopie
Verlag: Goldmann (Juli 2012)
ISBN: 3442313015
Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Preis: 16,99 €

 

Kurzbeschreibung:

Ich habe eine Gabe. Ich bin das Leben. Berühr mich.
»“Du darfst
mich nicht anfassen“, flüstere ich. „Bitte fass mich an“, möchte ich in
Wahrheit sagen. Aber wenn man mich anfasst, geschieht Seltsames.
Schlimmes.«

Ihr Leben lang war Juliette einsam, eine
Ausgestoßene – ein Monster. Ihre Berührung ist tödlich, man fürchtet
sie, hat sie weggesperrt. Bis die Machthaber einer fast zerstörten Welt
sich ihrer als Waffe bedienen möchten. Doch Juliette beschließt zu
kämpfen – gegen die, die sie gefangen halten, gegen sich selbst, das
Dunkel in ihr. An ihrer Seite ein Mann, zu dem sie sich unaufhaltsam
hingezogen fühlt. Ihn zu berühren ist ihr sehnlichster Wunsch – und ihre
größte Furcht …

Quelle: Verlag 

 

Über die Autorin:

Tahereh Mafi ist 24 Jahre alt. Sie wurde als jüngstes von fünf Kindern
in einer Kleinstadt in Conneticut geboren und lebt mittlerweile in
Orange County in Kalifornien. Nach ihrem Abschluss an einem kleinen
College in Laguna Beach studierte Mafi, die acht verschiedene Sprachen
spricht, ein Jahr in Spanien. Danach reiste sie quer durch die Welt und
fing nebenbei an zu schreiben. „Ich fürchte mich nicht“ ist ihr Debüt,
mit dem sie die amerikanische Romantasy-Gemeinde und Bloggerwelt im
Sturm eroberte.

Quelle: Verlag

Rezension

 

Die Geschichte:
Dieses Buch bietet einen außergewöhnlichen Plot.
Seit 246 Tagen befindet sich Juliette in einer Irrenanstalt, isoliert von allen anderen Menschen. In einer dystopischen Welt gilt sie als Gefahr, da sie allein durch eine Berührung Menschen Schmerzen zufügen oder sogar töten kann. Sie entzieht Menschen die Lebenskraft und sie kann nichts dagegen machen.
Eines Tages wird sie aus der Isolationshaft befreit und ein Mann wird zu ihr in die Zelle gebracht. Juliette ist von der langen Einzelhaft sehr mitgenommen und wünscht sich nichts mehr als menschliche Nähe, doch die darf sie nicht zulassen. Bald stellt sich heraus, dass der Mann, Adam, nicht zufällig zu ihr gebracht wurde und ihr ganzes Leben verändert sich, denn man möchte Juliette als Waffe missbrauchen.

Der Einstieg in dieses Buch ist wahnsinnig emotional. Am Anfang war ich mir nicht sicher, ob Juliette nicht doch verrückt ist. Es wird sehr heftig aus ihrer Sicht beschrieben, wie sie die Haft erlebt hat und ich habe schnell gemerkt, dass sie davon sehr mitgenommen ist. 
Es fällt mir hier schwer in Worte zu fassen, wie sehr mich dieses Buch berührt hat. Schon auf den ersten Seiten hatte ich Tränen in den Augen und konnte mit Juliette mitgefühlen, ihre Haft erleben und vieles über ihre schreckliche Vergangenheit erfahren. 
Nebenher schafft es Tahereh H. Mafi noch die dystopische Welt detailliert zu beschreiben, so dass ich ein sehr gutes Gesamtbild hatte und Bilder vor meinen Augen entstanden sind.
Der ganze Plot ist sehr gut durchdacht und führt zu einem Ende, was ich so nicht erwartet hätte und mich sehr neugierig auf den nächsten Band gemacht hat.
Zu keiner Zeit habe ich mich gelangweilt oder gedacht, dass Passagen überflüssig wären. Dieses Buch bietet ein insgesamt völlig stimmiges Gesamtbild. Es ist zwar keine leichte Kost, hat mich aber nicht mehr losgelassen.

Die Protagonisten: 
 
Juliette ist eine wunderbar ausgearbeitete Protagonistin, die mir direkt ans Herz gewachsen ist. Eigentlich will sie niemandem was Böses, hält sich aber durch ihre Gabe für ein Monster, da sie auch immer wie eins behandelt wurde. Sie entwickelt sich sehr in diesem Band und findet nach und nach zu sich selber, nicht zuletzt durch Adam. 
Adam ist ebenfalls sehr gut ausgearbeitet. Zu Anfang wirkt er sehr geheimnisvoll und ist total vielschichtig. Man wird als Leser noch nicht so recht schlau aus ihm, aber gerade das macht ihn so unverzichtbar für diese außergewöhnliche Geschichte.
Auch alle anderen Protagonisten sind gut ausgearbeitet und bieten Stoff zum Nachdenken. 

Der Schreibstil:  

Der Schreibstil ist hier wohl das außergewöhnlichste und auch beeindruckendste an dem ganzen Buch. Da Juliette ja innerlich zwiegespalten ist, (einerseits will sie unbedingt berührt werden, andererseits darf sie das nicht zu lassen) wird ihre Zerissenheit durch durchgestrichende Sätze verdeutlicht.

Die durchgestrichenen Sätze zeigen, was sie eigentlich fühlt, aber nicht zu geben darf und möchte. Direkt daneben erscheinen dann die Sätze, die sie wirklich gesagt hat oder was sie sich erlaubt zu denken. 

Dazu kommt, dass sie wichtige Wörter oft dreimal wiederholt, wodurch sehr emotional und stark gezeigt wird, was Juliette wichtig ist. Zu Beginn findet man solche Passagen noch recht häufig, im zunehmende Verlauf wird das aber weniger, was ich auch gut und richtig finde. An gut platzierten Stellen tauchen dann wieder diese Schreibweisen auf, so dass es keine Überhand nimmt. Alles andere wäre irgendwann wohl eher nervig und übertrieben geworden.

 

Auch im weiteren Verlauf zeigt Tahereh H. Mafi eine außergewöhnliche Sprachbegabung, die mich an das Buch gefesselt hat. Neben der Spannung, die mich auch nach dem Lesen nicht losgelassen hat, gibt es wunderbar beschriebene Liebeszenen.

Das ganze Buch wird aus der Ich-Perspektive von Juliette beschrieben, so dass man noch mehr an ihren Gefühlen teilhaben kann. 

 

Das Cover/der Buchtitel:

Das Cover gefällt mir sehr gut. Es wirkt düster und geheimnisvoll und passt sehr zur Grundstimmung des Buches.
Der Titel ist etwas nichtssagend und hätte bei mir keine Neugierde geweckt. Es gäbe auch bestimmt passendere Titel für dieses Buch.
Fazit: 
Ich denke entweder man liebt dieses Buch oder man hasst es. -Ich liebe es.
Bei „Ich fürchte mich nicht“ handelt es sich um eine außergewöhnliche Dystopie, mit einem ungewöhnlichen Sprachstil, unglaublichem Plot, starker Spannung und großen Emotionen. Ich kann dieses Buch nur jedem Dystopie-Fan ans Herz legen.


Vielen herzlichen Dank an den Goldmann-Verlag für dieses Rezensionsexemplar.





Hintergrundinformationen:

– 20th
Century Fox hat die Film-Rechte an dem Buch erworben.
– Es handelt sich hierbei um eine Trilogie, im Februar  2013 kommt Band 2 „Unravel me“ im Original raus. Im Oktober erscheint ein E-Book („Destroy me“), das quasi der Lückenfüller zwischen den Bänden ist, aber anscheinend nicht richtig zur Trilogie gehört.
– Hier findet ihr eine Leseprobe: Klick
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– Hier hat die Autorin ihren Namen ausgesprochen, da sie oft gefragt wird, wie er ausgesprochen wird:  Klick

[Rezension] C. J. Daugherty- Night School: Du darfst keinem trauen

 
 

Titel: Night School- Du darfst keinem trauen
Originaltitel: Night School 1

Autor: C.J. Daugherty
Genre: Jugendbuch (vom Hersteller empfohlenes Alter: 13-16 Jahre)
Verlag: Oetinger (Juli 2012)
ISBN: 978-3789133268
Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Preis: 17,95 €

Kurzbeschreibung :
Wenn nichts ist, wie es scheint, wem kannst du dann vertrauen? Das
spurlose Verschwinden ihres Bruders hat Allie aus dem Gleichgewicht
gebracht. Sie rebelliert und ihre Eltern schicken sie auf das Internat
Cimmeria, wo nicht einmal Handys erlaubt sind. Schon bald findet sie
Zugang zu einer Clique und wird von zwei Jungen, die unterschiedlicher
nicht sein könnten, umworben. Auf Cimmeria häufen sich eigenartige
Vorfälle, und als ein Mord geschieht, gerät Allie selbst unter Verdacht.
Auf der Suche nach dem wahren Mörder stößt sie zufällig auf eine
mysteriöse Verbindung ihrer Mutter zur Schule und gerät selbst in
Lebensgefahr. Kann sie überhaupt noch irgendjemandem trauen? Dieser
erste Band aus der Reihe Night School ist atemlos, packend und
geheimnisvoll, Thriller und Liebesgeschichte, hochspannend und
unwiderstehlich.
Quelle: Verlag
 

Rezension

Die Geschichte:
Die 15-jährige Allie, die das Verschwinden ihres Bruders nicht verkraftet hat, wird von ihren Eltern, nachdem sie zum wiederholten mal von der Polizei verhaftet wurde, auf das dubiose Internat Cimmeria geschickt. Ihre Eltern halten sie über das Internat sehr im Dunkeln und sie hat auch noch nie etwas davon gehört. Schnell merkt sie, dass da alles anders ist, als auf ihren bisherigen Schulen. Hier regiert die „Schulelite“ und alle fragen sich, woher Allie kommt und was sie da zu suchen hat. Zu Beginn fühlt sie sich noch sehr unwohl dort, doch nach und nach lebt sie sich ein, findet Freunde und verliebt sich. Doch dann geschieht ein Mord und immer mehr Geheimnisse kommen ans Licht. Und hinter allem steht die Frage, was hat eigentlich Allie damit zu tun?Ich muss zugeben, dass ich insgesamt mit sehr niedrigen Erwartungen an das Buch heran gegangen bin. Die ganze Geschichte hörte sich für mich zuvor nach einem billigem Abklatsch vieler anderer Bücher an. Doch nach anfänglichen Zweifeln, wurden diese schnell zerstreut. C.J. Daugherty deutet immer wieder Geheimnisse an, so dass der Leser denkt, jetzt muss doch was Paranomales kommen. Doch dem ist nicht so. Hinter allem stehen menschliche Handlungen und echte Personen und keine Fantasywesen. Das hat mir zur Abwechslung mehr als gut gefallen. Dazu sind die Geheimnisse so geschickt in die alltägliche Handlung mit eingesponnen, dass es einfach nur Spaß macht davon zu lesen.
Im weiteren Verlauf ist das Buch wahnsinnig spannend und hat mich durch eine innovative, ausgeklügelte und überraschende Handlung überzeugt.
Zwar kommen auch immer wieder Jugendbuch-Klichees darin vor und die ganze Internat-Thematik ist nichts Neues, aber das hat mich wenig gestört.
Dazu kommt die authentische Liebesgeschichte. Allie verliebt sich nicht gleich Hals über Kopf, wie in so vielen anderen Büchern, sondern testet aus und lernt die beiden Jungs, die sie unterschiedlich umwerben, nach und nach besser kennen. Man merkt richtig, wie sie sich dann schließlich verliebt, so dass ihre Gefühle echt und authentisch wirken.
 
Die Protagonisten:

Allie ist eine toughe Protagonistin, die ihre rebellische Phase durchmacht, dazu zeigt sie die eine oder andere Panikattacke. Nach und nach verändert sie sich, hat aber auch immer ihre Ecken und Kanten, was sie sehr sympatisch macht.
Insgesamt sind Allie und auch alle anderen Protagonisten gut und detailliert ausgearbeitet und wirken sehr überzeugend. Zwar gibt es auch hier das eine oder andere Klischee, aber das fällt nicht übermäßig auf.
 

Der Schreibstil:

Der Schreibstil ist wie für ein Jugendbuch typisch recht einfach gehalten und flüssig zu lesen. Der Spannungsbogen baut sich nach und nach auf und durch detaillierte Beschreibungen des Internates und der Personen, ist man als Leser schnell mitten im Geschehen.

Die ganze Geschichte wird aus der Perpektive von Allie geschildert (personaler Erzähler).

Das Cover/der Buchtitel:

Das Cover ist mal etwas völlig anderes und sticht angenehm individuell aus der Masse der anderen Jugendbücher hervor. Es wirkt sehr geheimnisvoll.
Der Titel hat mich zuerst sehr in die Irre geführt, da ich dabei an einen Vampirroman gedacht habe. An sich passt bei diesem Teil der Obertitel „Night School“ noch nicht so gut, da die Night School da noch nicht übermäßig viel vorkommt und man zuerst nur sehr wenig davon erfährt. Dennoch dürfte es zu den Folgebänden passen.
 
Fazit: 
Bei „Night School“ handelt es sich um eine etwas andere Jugendbuch-Reihe, die nichts mit Vampiren oder sonstigen paranomalen Elementen zu tun hat. Der Mix aus Internat, Verschwörung und erster Liebe ist wunderbar erfrischend und individuell gestaltet.

[Rezension] Jackson Pearce- Drei Wünsche hast du frei

(c) Pan-Verlag



Titel: Drei Wünsche hast du frei
Originaltitel: As you wish 

Autor: Jackson Pearce
Genre: Jugendbuch (vom Hersteller empfohlenes Alter: 12-13 Jahre)
Verlag: Pan (September 2010)
ISBN: 3426283360
Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Preis: 12,99 €

 

Rezension 

 
Die Geschichte: 

Nachdem Lawrence sich dazu bekennt, dass er schwul ist und sich von Viola trennt, ist für sie nichts mehr, wie es vorher war. Sie fühlt sich zerbrochen und unsichtbar und zieht sich immer mehr in sich zurück. Zwar ist Lawrence noch ihr bester Freund, aber sie sehnt sich nach mehr. So beschwört sie ausversehen einen Dschinn, der erst wieder in seine Heimat darf, wenn er ihr drei Wünsche erfüllt hat. Doch Viola weiß nicht, was sie glücklich machen wird. 
Der Dschinn ist ungeduldig, denn mit jeder Minute auf der Erde altert er und das kann ihn auf die Dauer töten.

Die Handlung ist insgesamt sehr einfach gehalten und erinnert an ein Märchen, nicht zuletzt durch den Dschinn. Das Hauptaugenmerk liegt hier darauf, dass Viola für sich herausfindet, was sie glücklich macht. Dazu beinhaltet es auch ein paar philosophische Ansätze zu dem Thema Liebe. Es entwickelt sich nach und nach eine sehr süße Romanze und der Dschinn wird immer menschlicher.
Zwar bietet dieses Buch keine nervenaufreibende Spannung, aber doch eine nette Unterhaltung für zwischendurch. 

Leider war das Buch insgesamt sehr vorrausschaubar und hat sich genau so entwickelt, wie ich es vermutet habe. Überraschende Wendungen gibt es kaum und das Ende ist kitschig, wie in einem Märchen, was aber zu der ganzen Grundstimmung passt.

Die Protagonisten: 
 
Viola versinkt zu Beginn in ihrem Selbstmitleid und ist für andere Menschen nur schwer zugänglich. Nach und nach verändert sie sich und ihre ganze Entwicklung gefällt mir gut. Das macht sie insgesamt sympatisch und dem Leser zugänglich.
Lawrence ist ein toller Freund und tut alles für Viola, weil er möchte, dass es ihr besser geht.
Dschinn, der zuerst sehr mürrisch und mies gelaunt ist, bleibt dennoch fair und versucht Viola nicht dazu zu zwingen sich etwas zu wünschen. Nach und nach wird er menschlicher und verliert etwas von seiner Unnahbarkeit, die er zu Beginn zeigt.
Für dieses kurze Buch sind die Protagonisten doch sehr liebevoll und detailliert ausgearbeitet und machen das Buch zu einer netten Lektüre.

Der Schreibstil:  

Der Schreibstil ist locker und wirklich leicht zu lesen. Was mich hier allerdings gestört hat ist, dass das englische „Yeah“ nicht übersetzt wurde. Ich finde es immer irritierend so etwas in deutschen Sätzen zu lesen.

 

Die Geschichte wird abwechselnd aus Violas und Dschinns Sicht geschrieben (Ich-Perspektive), so dass man die Gefühle und Gedanken von Beiden sehr gut nachvollziehen kann. 

 

Das Cover/der Buchtitel:

Das Cover gefällt mir eigentlich ganz gut, die Farbwahl ist sanft und stimmig und die Verschnörkelungen und Details wunderschön.
Der Buchtitel passt perfekt zu dem Buch, da der Dschinn Viola ja drei Wünsche erfüllen muss.
Fazit: 
Bei „Drei Wünsche hast du frei“ handelt es sich um ein nettes Märchen für zwischendurch, mit einer einfachen Handlung und wenig Überraschungen.
Hintergrundinformationen:
– Hierbei handelt es sich um einen Einzelband. 
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– Hier findet ihr das Buch auf der PAN-Homepage: Klick

[Rezension] Holly-Jane Rahlens- Everlasting: Der Mann, der aus der Zeit fiel

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Titel: Everlasting- Der Mann, der aus der Zeit fiel
Originaltitel: Infinitissimo – The Man Who Fell Through Time (working title)

Autor: Holly-Jane Rahlens 
Genre: Science-Fiction/Fantasy
Verlag: Wunderlich Verlag (März 2012)
ISBN: 3805250169
Broschierte Ausgabe: 432 Seiten
Preis: 14,95 €

 

Kurzbeschreibung:
Man schreibt das Jahr 2264. Gefühle sind unerwünscht, die Liebe ist
ausgestorben. Die Geburtenrate ist gefährlich gesunken. Der junge
Historiker und Sprachwissenschaftler Finn Nordstrom, Spezialist für die
inzwischen tote Sprache Deutsch, erhält den Auftrag, die 250 Jahre alten
Tagebücher eines jungen Mädchens aus dem Berlin des 21. Jahrhunderts zu
übersetzen. Öde, findet er. Und albern. Doch dann ist er zunehmend
fasziniert von dem Mädchen, das quasi vor seinen Augen erwachsen wird.
Schließlich soll Finn in einem Virtual-Reality-Spiel in der Zeit
zurückreisen, um das Mädchen zu treffen. Ohne es zu wissen, wird er
damit zum Versuchskaninchen der Spieleentwickler. Warum schicken sie
ausgerechnet ihn, den Fachmann für tote Sprachen, in die Zeit kurz vor
Ausbruch der Großen Epidemie? Und was ist das für ein sonderbares
Gefühl, das ihn überkommt, wenn er der jungen Frau begegnet? Bald muss
Finn sich entscheiden – für die Liebe oder für die Zukunft …
Quelle: Verlag

Über die Autorin:

Holly-Jane Rahlens kam nach dem Studium der Literaturwissenschaft und
Theater Arts aus ihrer Heimatstadt New York nach Berlin. Mit
Funkerzählungen, Hörspielen und Solo-Bühnenshows machte sie sich dort in
den achtziger und neunziger Jahren einen Namen. Außerdem arbeitete sie
als Journalistin, Radiomoderatorin und Regisseurin. Ihr Jugendbuch
«Prinz William, Maximilian Minsky und ich» (2003 mit dem Deutschen
Jugendliteraturpreis ausgezeichnet) kam 2007 in einer Drehbuchadaption
der Autorin ins Kino. Holly-Jane Rahlens lebt heute mit Mann und Sohn in
Berlin-Charlottenburg. 
Quelle: Verlag

Rezension

 

Die Geschichte:
Zu dem Inhalt möchte ich gar nicht mehr viel sagen, da die Kurzbeschreibung schon viel verrät und ich nicht zu viel vorweg nehmen möchte.

Bei diesem Buch ist mir direkt positiv aufgefallen, dass die Hauptfigur ein Mann ist. So erfährt man viel über das Leben von Finn, das ganz anders ist, als wir es heutzutage kennen. Everlasting bietet eine interessante Zukunftsversion, in der einmal alles besser dargestellt ist, als in vielen anderen Büchern. Es spielt nach der großen Epidemie, bei der sehr viele Menschen ums Leben gekommen sind und sich eine neue Gesellschaftsform entwickelt hat. Jeder Mensch versucht in erster Linie an das Überleben der Menscheit zu denken. Das führt dazu, dass keiner mehr über sich selber in der 1. Person Singlar spricht. Jeder Mensch spricht immer in der 3. Person über sich, wie z.B. „Dieser Historiker…“, das habe ich am Anfang als etwas befremdlich empfunden und erst nachdem das etwas näher erläutert wurde, bin ich mit den Dialogen in der Zukunft zurecht gekommen. Diese Art von sich zu sprechen, hat aber auch zu der einen oder anderen lustigen Passagen in der Vergangenheit zur Folge gehabt.

Der Einstieg in das Buch, hab ich insgesamt als etwas schwierig empfunden. Zu der ungewöhnlichen Sprache, kamen noch sehr viele Informationen und unbekannte Begriffe, die dann bis ins kleinste Detail erläutert wurden. Zwar ist mir hinterher klar gewesen, warum Holly-Jane Rahlens den Einstieg so gestaltet hat, aber ich musste mich überwinden weiterzulesen.

Nachdem ich aber den Anfang überwunden hatte, hat mich die Geschichte dermaßen in ihren Bann gezogen, dass ich das Buch kaum weglegen konnte. Der Plot ist wahnsinnig interessant und bis ins kleinste Detail ausgearbeitet und druchdacht. Die ganze Zeitreisetheorie bietet hier keinerlei Logikfehler, was sonst bei solchen Büchern oft der Fall ist.   
Hinzu kommt, dass es insgesamt sehr emotional, einfach mitreißend und mal was ganz außergewöhnliches ist. Die Romantik kommt ebenfalls nicht zur kurz.

Die Protagonisten: 
 
Die Protagonisten, vor allem Finn und Eliana (das Mädchen, das die Tagebücher geschrieben hat), sind sehr sympathisch, detailliert ausgearbeitet und wirken insgesamt sehr gelungen. Sie entwickeln sich im Laufe der Geschichte und man mekt, dass Eliana reifer und erwachsener wird. Mir hat es sehr gut gefallen, wie Finn sich verändert und wie er seine Sichtweisen nach und nach revidiert.

Der Schreibstil:  

Der Schreibstil ist wie schon erwähnt zuerst gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich von dem Anfang nicht abschrecken lässt, wird man mit einer spannenden und sehr emotionalen Schreibweise und packender Story belohnt.

 

Das Cover/der Buchtitel:

Das Cover ist hier mal wieder ganz nach meinem Geschmack. Es zeigt die Parfümflasche von Everlasting, dem Parfüm, was Eliana geschenkt bekommt und immer wieder benutzt. Dieser Duft kommt immer wieder in dem Buch vor und damit findet Finn Eliana in der Vergangenheit. Somit passt der Titel auch hervorragend.
Das Cover gefällt mir gerade wegen seiner Schlichtheit und dem umgewöhnlichem Schriftzug außerordentlich gut.
Fazit: 
Bei Everlasting handelt es sich um einen wahnsinnig tollen Roman, mit einer ungewöhnlichen Sprache und einem packenden Plot, mit wunderbar ausgearbeiten Protagonisten. Es besticht durch Romantik, Spannung, Emotionen, Humor und Vielfalt.
Hintergrundinformationen
Die Autorin bei Facebook: Klick
Autorenhomepage: Klick
Hier findet ihr eine Leseprobe: Klick
Hierbei handelt es sich um einen Einzelband!!!
Das Buch wurde aus dem Englischen übersetzt, aber es gibt keine vorrangegangene englische Ausgabe. (Das hat mich erst etwas verwirrt.)