[Rezension] Jenny-Mai Nuyen- Noir

 
 

Titel: Noir

Autor: Jenny-Mai Nuyen

Genre: Fantasy
Verlag: Rowohlt Polaris (Oktober 2012)
ISBN: 978-3862520282
Broschierte Ausgabe: 384 Seiten
Preis: 14,95 €

 

Kurzbeschreibung:
Nino Sorokin ist dabei, als der Unfall geschieht. Seine Eltern sterben,
ihm bleibt eine besondere Gabe: Er sieht den Tod eines jeden ­Menschen
voraus. Auch den eigenen. Von nun an ist er besessen von der Frage, wie
man das Schicksal überlisten kann. Er weiß, er wird nur 24 Jahre alt –
und sein Geburtstag rückt immer näher. Ein Wettlauf gegen die Zeit
beginnt. Ninos Suche führt ihn zu einem geheimen Zirkel von Mentoren,
die Seelen sammeln. Und er begeht den größten Frevel, den der Zirkel
kennt: Er verliebt sich in eine der Seelenlosen. In die geheimnisvolle
Noir, die bereits auf der Schwelle zum Jenseits steht …
Quelle: Verlag

 

Rezension

Die Geschichte:

Nino weiß schon lange, dass er mit 24 sterben wird und sieht bei vielen
Menschen den Tod voraus. Seitdem seine Eltern bei einem Autounfall ums
Leben gekommen sind, als er fünf war, hat er diese seltsame Gabe.
Er setzt alles daran seinen Tod zu verhindern, doch die Zeit rennt, denn
er ist schon fast 24. Auf der Suche nach einer Lösung lernt er Noir
kennen, ein seltsames Mädchen und verliebt sich in sie. Nach und nach
erfährt er, dass es auch andere Menschen wie ihn gibt und gerät in
okkulte Rituale. Die Droge STYX spielt bei allem eine große Rolle und
Ninos Wettlauf gegen die Zeit läuft.

Ich habe mich mit dem Buch sehr schwer getan. Den Einstieg habe ich
als gelungen empfunden. Ich war schnell im Geschehen drin und habe mit
Nino mitgefühlt. Seine Fähigkeit finde ich sehr faszinierend, aber auch
erschreckend.
Allerdings hat mich das Buch mehr und mehr verwirrt. Nachdem ich es
beendet hatte, waren für mich noch so viele Fragen ungeklärt und ich
konnte einiges leider nicht nachvollziehen, weil einige Erklärungen nur
am Rande kamen. So wurde z. B. auch nur oberflächig erklärt, was STYX
ist oder woher es kommt.
Die Handlung ist philosophisch angehaucht und immer wieder tritt die
Frage auf, was ist eine Seele oder was ist ein Mensch ohne Seele?
Insgesamt herrscht in dem Buch eine düstere Stimmung vor, was ich bei
der Thematik aber auch erwartet habe. Dabei hat es mir gut gefallen,
dass es zwei Zeitschienen in dem Buch gibt, die erst gegen Ende zusammen
führen und dann erst einigermaßen Sinn ergeben. Leider ist mir dabei
die Spannung abhanden gekommen. Zwar ist ein Spannungsbogen vorhanden, der sich zuspitzt und in einem spannenden Finale endet, aber
stellenweise habe ich mich beim Lesen einfach gelangweilt und musste
mich überwinden weiter zu lesen.
Die Gefühle, die Nino gegenüber Noir entwickelt, konnte ich
stellenweise nicht nachvollziehen. Er kennt sie eigentlich gar nicht und
sehr schnell ist es für ihn die große Liebe. So etwas halte ich für
sehr unrealistisch.
Der Plot ist interessant, originell und faszinierend, gar keine Frage, aber die Umsetzung war für mich leider enttäuschend.

Die Protagonisten:

Nino ist ein faszinierender und auch sympathischer Protagonist. Er hat
früh seine Eltern verloren und ist bei seiner Schwester aufgewachsen.
Ich habe von Anfang an mit ihm gefühlt. Er ist relativ gut
ausgearbeitet, nur seine Handlungen konnte ich nicht immer
nachvollziehen.
Noir beibt mir bis zum Schluss fremd. Man erfährt nur wenig über sie und sie ist mir einfach zu oberflächig behandelt.
Auch über die anderen Protagonisten erfährt man nicht viel, was ich sehr schade finde.

Der Schreibstil:

Der Schreibstil ist stellenweise sehr verworren und alles andere als
einfach. Es gibt verschachtelte Sätze und philosophische Fragen, die
meine Lesefluss stellenweise arg gestört haben. Ich musste oft über das
Gelesene nachdenken, was ich an sich nicht schlimm finde, aber hier hat
mich das Gelesene zu stark verwirrt. Dennoch regt es zum Nachdenken an.
Wie schon erwähnt gibt es zwei Zeitschienen. Diese sind unterschiedlich
geschrieben. Die Vergangenheit ist aus der Sicht von Nino als
personaler Erzähler und die Gegenwart aus der Ich-Perspektive verfasst.

Das Cover/der Buchtitel:

Das Cover finde ich sehr ansprechend, es passt zum Buch und sticht ins
Auge. Es ist mit seiner Schlichtheit völlig nach meinem Geschmack.
Der Titel passt auch sehr gut, da Noir eine tragende Rolle in der Handlung hat.

Fazit:

Bei „Noir“ handelt es sich um ein philosophisch angehauchtes Buch, das
zum Nachdenken anregt. Leider war die Umsetzung nicht nach meinem
Geschmack, da zu wenige Fragen geklärt sind. Ich somit oft verwirrt war,
es mich stellenweise gelangweilt hat und die Protagonisten zu
oberflächig behandelt sind.
Ich kann also den Hype, den es um dieses Buch gibt nicht nachvollziehen.

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