[Rezension] Joss Stirling- Saving Phoenix: Die Macht der Seelen

 
 

Titel: Saving Phoenix- Die Macht der Seelen
Originaltitel: Stealing Phoenix
Autor: Joss Stirling

Genre: Jugendbuch (vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahre)
Verlag: dtv (November 2012)
ISBN: 978-3423760621
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Preis: 16,95 €

 

Kurzbeschreibung:

Die 17-jährige Phoenix wächst in der Gemeinschaft krimineller Savants,
Menschen mit einer übersinnlichen Fähigkeit, auf. Für deren Anführer
muss Phoenix ihre Gabe, das Zeitempfinden in fremden Gehirnen zu
manipulieren, zu Diebstählen nutzen und das Gestohlene dann bei ihm
abliefern. Als sie bei einer Gruppe amerikanischer Studenten iPads
stehlen soll, trifft sie auf Yves Benedict. Doch der ist mehr als ihr
nächstes Opfer – er ist ihr Seelenspiegel. Yves erkennt dies sofort und
entwirft einen Schlachtplan, um Phoenix aus der Gemeinschaft zu befreien
und den Anführer zu bezwingen. Doch dieser will die Macht der
besonderen Verbindung zwischen Phoenix und Yves für seine eigenen Zwecke nutzen…

Quelle: Verlag

Rezension

 

Die Geschichte:
 
Phoenix wurde in eine kriminelle Savant-Gruppe, der sogenannten Community, hineingeboren. Ihre Mutter war mit dem Anführer zusammen und nach ihrem Tod bleibt Phoenix nichts anderes übrig, als dort zu bleiben, da sie nichts anderes kennen gelernt hat. Von klein auf wurde ihr eingebläut, dass ein normales Leben für Savants (Menschen mit übersinnlichen Fähigkeiten) nicht möglich ist und ihr nichts anderes übrig bleibt, als zu stehlen, zu betrügen und niemandem zu vertrauen. Ihre gestohlenen Sachen müssen dem Anführer übergeben werden, vor dem jeder sich fürchtet.
Doch dann wird alles anders. Phoenix wird auf Yves (dem Bruder von Zed aus dem ersten Band der Reihe) angesetzt und soll ihn bestehlen. Er kann ihrer Gabe wiederstehen und nicht nur das, er ist Phoenix Seelenspiegel. Seelenspiegel haben eine ganz besondere Verbindung, fühlen sich zueinander hingezogen und ergänzen sich gegenseitig. Yves setzt alles daran Phoenix zu helfen, doch das ist leichter gesagt, als getan…

Die Handlung baut nicht direkt auf den ersten Band „Finding Sky“ auf, was mir sehr gut gefallen hat, da mich der Vorgänger nicht überzeugen konnte. Sky und Zed (die Hauptprotagonisten des Vorgängers) kommen zwar auch in dem Buch vor, aber nur als Nebenprotagonistin und die Handlung an sich hat nur wenig mit dem ersten Band zu tun.
Insgesamt hat mich das Buch positiv überrascht, da ich nach dem ersten Band doch eher geringe Erwartungen hatte.  
Die Grundidee der Savants und Seelenspiegel finde ich sehr ansprechend. Auch die Idee, dass es Savants gibt, die Verbrechen bekämpfen und Savants, die ihre Macht ausnutzen empfinde ich als sehr glaubhaft, da es immer Menschen geben wird, die ihre Fähigkeiten für den eigenen Nutzen einsetzen würden.

Die Spannung ist bei diesem Teil direkt da. Zu keiner Zeit habe ich mich gelangweilt, sondern im Gegenteil, ich habe mich bestens unterhalten gefühlt. Der Spannungsbogen baut sich zunehmend auf und das grandiose Ende hat die Geschichte sehr gut abgerundet. Dabei ist die Handlung stimmig und bietet logische Erklärungen.
Insgesamt ist das Buch sehr emotional, aber nicht auf der Romantikschiene angelegt, wie der Vorgänger. Phoenix Schicksal und ihr mangelnde Fähigkeit zu vertrauen, hat mich einfach tief bewegt und ich habe stets mit ihr mitgefiebert.
Als Leser weiß man schon, was Savants sind, so dass es kaum Geheimnisse zu entdecken gibt, aber dennoch hat mir der Plot gut gefallen, gerade weil er anders ist, als beim Vorgänger. 

Die Protagonisten: 
 
Phoenix war mir von dem ersten Augenblick an sehr sympatisch, was viel zu meinem Lesevergnügen beigetragen hat. Sie ist stark, mutig und lässt sich trotz des harten Lebens in ständiger Angst nicht unterkriegen. Ihre Handlungen halte ich für nachvollziehbar, wenn man ihre Vergangenheit betrachtet. Sie hat nie gelernt zu vertrauen und muss das erst mal lernen.

Auch Yves, den man schon im Teil eins erlebt hat, hat mir als Protagonist zugesagt. Er hat viel mehr Tiefe, als ich gedacht hätte. Er ist sehr intellektuell und wirkt zuerst etwas langweilig, aber der Schein trügt. Er hat teilweise Probleme seine Emotionen zu kontrollieren und steckt auch mal etwas in Brand. Phoenix schafft es, dass Yves ganz neue Seiten an sich offenbart. 

Die anderen Familienmitglieder der Benedicts trifft man ebenfalls wieder. Ich mag diese chaotische Familie, die des Öfteren dafür gesorgt hat, dass ich schmunzeln musste. Selbst Sky, bei der ich im Vorband so meine Probleme hatte, hat sich toll entwickelt.

Alle Protagonisten egal, ob die Bösewichte, Phoenix, Yves oder die anderen Familienmitglieder sind wunderbar ausgearbeitet und ich freue mich schon darauf, in dem nächsten Band noch mehr über die einzelnen Familienmitglieder zu erfahren.

Der Schreibstil:  

Der Schreibstil ist durchweg einfach gehalten und flüssig zu lesen. Er kommt ohne viele Schnörkel und zu viele Erklärungen aus, was die Spannung zunehmend steigen lässt. Joss Stirling vermag es durch ausdrucksstarke Emotionen, aber auch Humor und einem rasanten Plot zu begeistern. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Phoenix (Ich-Erzähler) beschrieben, was mir gut gefallen hat. So konnte ich noch näher am Geschehen dabei sein und habe stets mit Phoenix mitgefüht.

Das Cover/der Buchtitel:

Das Cover ist völlig nach meinem Geschmack, denn ich liebe solche relativ abstrakten Cover. Es passt zur Reihe und ist für mich ein richtiger Blickfänger.
Der Titel passt ebenfalls gut zu der Reihe, allerdings hätte genauso gut der Originaltitel „Stealing Phoenix“ beibehalten werden können. 

Fazit: 

Mich hat „Saving Phoenix“ positiv überrascht, da mich der erste Band nicht wirklich überzeugen konnte. Doch durch tolle und tiefgründige Protagonisten, einem rasanten Plot und ausdrucksstarken Emotionen, konnte mich „Saving Phoenix“ begeistern.

 
 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.