[Rezension] „Dangerous Visions- Es liegt in deiner Hand“ von Aprilynne Pike

 
 

 
Die 16-jährige Charlotte hat es nicht leicht, denn sie ist ein Orakel. Doch was auf den ersten Blick wie ein Traum klingt, ist für sie nur ein Albtraum. Von klein auf hat sie gelernt, ihre Visionen zu unterdrücken, denn als sie als Kind eine Vision von dem Tod ihrer Tante hatte, hat sie bei dem Versuch das zu verhindern alles nur schlimmer gemacht. Dazu kommt, dass sie von
jedem gemieden wird. Als sie dann auf einmal eine sehr starke Vision von
einem Mord an einer Mitschüerin hat, kann sie diese nicht unterdrücken
und ab da beginnt sie etwas zu tun, was sie nie tun sollte. Sie möchte die Zukunft verändern und weitere Morde verhindern…

 

Obwohl mir nicht jedes Buch der Autorin bisher gefallen hat, war ich doch
neugierig auf dieses neue Fantasybuch mit Thriller-Elementen und der
Beginn des Buches konnte mich ziemlich in seinen Bann ziehen.
Es beginnt zehn Jahre zuvor als Charlotte eine Vision von dem Tod ihrer
Tante hatte und das verhindern wollte. Dadurch gab es aber einen Unfall
bei dem ihr Vater ums Leben kam und ihre Mutter im Rollstuhl landete.
Ihre Tante hatte ihr schon von klein auf klar machen wollen, dass sie
gegen die Visionen ankämpfen muss und nichts verändern darf und so gibt
sie sich selber die Schuld an dem Unglück, dass ihre Familie ereilte. Ab
da kämpfte sie immer gegen die Visionen an, bis es zu Morden an
Mitschüler kommt und die Visionen zu stark werden. Sie erträgt es nicht,
dass sie Morde vorhersieht und nichts unternimmt und so versucht sie
diese zu verhindern, was sie sehr sympathisch macht.
Bis zu diesem Punkt mochte ich das Buch sehr und die Idee der Visionen und der Aufklärung von Morden ist zwar nicht neu, aber durchaus interessant.

Doch wie sie die Morde verhindern möchte, war irgendwie seltsam, da alles
auf der übernatürlichen Ebene stattfand, konnte ich mir vieles nicht
richtig vorstellen, obwohl das mal was anderes ist. Denn sie kann in
Visionen zurückkehren, die sie schon hatte und dort die Menschen
beeinflussen und muss somit nichts in der Realität unternehmen.
Doch allein hätte sie gar nichts unternehmen können. Ein Mann nimmt zu ihr Kontakt auf, der viel über Orakel weiß und sie bei allem unterstützt.
Mit ihrer Tante kann sie über das alles nicht reden, was zu einigen
Problemen führt.

Leider konnte ich mir schon schnell denken, wer der Mörder ist und auch sonst war mir vieles zu offensichtlich, was ich sehr schade finde. Auch gab es die eine oder andere Logiklücke, wie z.B. dass Charlotte keine Freunde
hat und sehr unbeliebt ist und dann doch fast jeder Mord oder
Mordversuch an Jugendlichen stattfindet, mit denen sie dabei ist sich
anzufreunden oder mit denen sie befreundet war, was sich irgendwie
wiedersprochen hat. 
Auch die Liebesgeschichte, die in dem Buch vorkommt kann mich nur bedingt überzeugen.

Dennoch hat das Buch so einige gute Ansätze und ist durchweg spannend. Es hat mir gefallen, wie Charlotte so nach und nach mehr über ihre Fähigkeiten erfährt und zu was sie alles fähig ist. Die Fantasyelemente mochte ich sehr. 
Auch der Schreibstil konnte mich überzeugen, denn alles ist leicht und
locker zu lesen (machmal vielleicht etwas zu anspruchslos) und die
Seiten fliegen beim Lesen nur so dahin. Die Mordvisionen werden etwas
blutig beschrieben, aber die Autorin geht nicht zu sehr ins Detail.
Alles wird aus der Ich-Perspektive von Charlotte beschrieben, was ich
sehr passend finde und ihre Emotionen sehr gut verdeutlicht.

Die Protagonisten sind insgesamt gut ausgearbeitet, allerdings konnte ich
deren Handlungen oft nicht nachvollziehen, vor allem was das Verhalten
von Charlottes Tante anging, da sie Charlotte über alles was mit den
Orakeln zu tun hat, komplett im Dunkeln lässt, was zu einigen Problemen
führt.
Charlotte dagegen war mir wie schon erwähnt direkt sympathisch und ich konnte mich gut in sie hineinversetzten. Die Nebencharaktere bleiben etwas blass, was aber nicht weiter schlimm ist.

Ich habe lange darüber gegrübelt, wie ich dieses Buch bewerten soll, da es
mir beim Lesen eigentlich gut gefallen hat, mir im Nachhinein aber die
schon genannten Kritikpunkte immer bewusster wurden. Deshalb habe ich
mich für eine mittelmäßige Bewertung entschieden. Es ist ein Buch bei
dem das Potenzial einfach nicht ausgenutzt wurde und ich glaube nicht,
dass ich die Reihe weiterverfolgen werde.

 

Beim Lesen hat mir „Dangerous Visions- Es liegt in deiner Hand“ eigentlich gut gefallen, aber im Nachhinein war mir der Plot zu vorhersehbar und auch sonst hatte ich einige Kritik an dem Buch. Dennoch habe ich mich für eine mittelmäßige Bewertung entschieden, kann das Buch aber nicht unbedingt empfehlen. Wer Bücher der Autorin, Orakel und Jugendbücher mit Thriller-Elemente mag, sollte sich am besten selber ein Bild von dem Buch machen. Ich werde die Reihe wahrscheinlich nicht weiter verfolgen.

 

2 Replies to “[Rezension] „Dangerous Visions- Es liegt in deiner Hand“ von Aprilynne Pike”

  1. Hallo Mandy,
    mal wieder eine sehr schöne Rezension von dir. Ich kann verstehen was dich gestort hat, dass hast du sehr schön beschrieben. Das Buch klingt zwar ganz interessant aber ich werde es wohl nicht lesen. Denn das was dich gestört hat, würde ich wohl ebenfalls bemängeln ;-).

    Liebe Grüße,
    Vanessa

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