[Rezension] „Ruinen- Partials 3“ von Dan Wells

Die Menschheit und die Partials stehen kurz vor der endgültigen Vernichtung. Die Partials sterben an ihrem Verfallsdatum und an einer seltsamen Krankheit, obwohl sie eigentlich gar nicht krank werden dürften. Die Menschen dagegen können ohne die Partials keine gesunden Kinder bekommen. Beiden Spezies droht die Ausrottung und zudem ein Krieg. Doch Kira gibt nicht auf, sie möchte eine Heilmittel gegen das Verfallsdatum finden und hofft, dass die Menschen und Partials irgendwann friedlich leben können, doch beide Seiten wollen die Vernichtung der anderen Seite und Kira läuft die Zeit davon.
 

Nachdem der erste Band der „Partials“-Trilogie mich komplett überzeugen konnte und es zu meinen liebsten Dystopien zählt, war ich nun sehr gespannt auf den Abschluss und wie es für die Partials und die Menschen enden wird, da alles hoffnungslos erscheint.
Schnell war ich wieder in Kiras trostloser Welt gefangen und obwohl der zweite Band schon etwas her war, habe ich wieder schnell den Anschluss an der Geschichte gefunden. Die wichtigsten Dinge der beiden ersten Bände werden wiederholt und man begleitet die verschiedensten Perspektiven, die an verschiedenen Fronten kämpfen, was ich zu Beginn etwas
undurchsichtig fand, aber nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, war
das für den Gesamtüberblick doch recht gut.
 

Kira mochte ich bisher eigentlich sehr gerne, doch hier wirkt sie manchmal kalt und verrät ihre Prinzipien, was ich sehr schade finde. Sie lässt sich untersuchen und hofft, dass sie ein Heilmittel gegen das Verfallsdatum der Partials finden kann. So hagelt es wissenschaftliche, medizinische und biologische Fachbegriffe und man wird als Leser fast von dem ganzen Wissen und der Fachsprache erschlagen. Aber ich muss zugeben, dass ich gerade das an den Büchern mag. Ich habe selber eine medizinische Ausbildung und finde es spannend, wie die RM-Seuche mit allem zusammenhängt und wie die Übertragung durch die Partials funktioniert und ebenso die Suche nach einem Heilmittel für die Partials. So ist das Buch zeitweise eher anspruchsvolle Kost, aber insgesamt konnte es mich
fesseln.

Etwas langweilig dagegen fand ich die Perspektive der Widerständler und die politischen Beratungen, die es in dem Buch gibt.
Samms Perspektive allerdings fand ich wieder richtig spannend, da er die Partials befreit, die jahrelang im Koma gehalten wurden, damit sie das Heilmittel gegen RM produzieren.

Zwischendurch hatte ich jedoch leider das Gefühl, dass obwohl eigentlich recht viel passiert, der Hauptplot kaum vorankommt. Zwar werden viele begonnene Handlungsstränge aufgegriffen und beendet, doch zwischendurch verliert sich Dan Wells in Beschreibungen von Landschaften und Wegbeschreibungen und manches wirkt wie ein Bericht einer
Kriegsgeschichte ohne die nötigen Emotionen. Alles wirkt
hoffnungslos und die Grundstimmung ist düster. Und obwohl ich seinen
Schreibstil eigentlich mag, waren mir die Beschreibungen der
Handlungsorte doch manchmal etwas zu viel und alles wurde zu nüchtern
erzählt.
Die Protagonisten dagegen sind insgesamt gut ausgearbeitet und können überzeugen, auch wenn ich zu Beginn so meine Probleme hatte jeden einzelnen zuzuordnen.

 

Der Weltenentwurf und der Plot sind komplex und bestimmt nicht für jeden etwas und trotz meiner Kritik mochte ich diesen Abschlussband sehr gerne. Mich beeindruckt vor allem, wie Dan Wells es schafft die verschiedensten Handlungsstränge miteinander zu verweben und ein stimmiges Ganzes zu erschaffen. Zudem schafft er es, dass am Ende eine zufriedenstellende Lösung entsteht, auch wenn einiges der Fantasie des Lesers überlassen bleibt.

Dan Wells konnte mich trotz einiger Kritik doch von diesem Abschluss überzeugen. So gehört die „Partials“-Trilogie trotz mancher zäher Stellen doch zu einer meiner Lieblingsdystopien, was vor allem an der Komplexität, dem Weltenentwurf und zwei Spezies liegt, die ohne einander nicht
überleben können. Dan Wells verliert sich zwar gerne mal in
Beschreibungen, aber die medizinischen Aspekte mochte ich sehr. Wer
wissenschaftlichen, medizinischen und biologischen Fachbegriffen
nicht abgeneigt ist, sollte auf jeden Fall einen Blick in diese
anspruchsvolle Dystopie riskieren, auch wenn diese Trilogie wohl
nicht für jeden etwas sein dürfte.
 

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