[Hörbuch-Rezension] „Mondscheinjunge“ von Carla Buckley

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Der
14-jährige Taylor leidet unter XP, einer Krankheit die es seiner Haut
unmöglich macht UV-Licht zu absorbieren. Sein gesamtes Leben spielt
sich im Dunkeln ab, in ständiger Angst vor dem Licht, welches seine
Haut auf Anhieb verbrennen würde. Umsorgt wird er permanent von
seiner Mutter, die trotz dieser schlechten Diagnose nie die Hoffnung
aufzugeben wagt.
Familiäre
Probleme stressen sie zudem und als eines Tages die Tochter ihrer
besten Freundin spurlos verschwindet, gerät das Leben der kleinen
Nachbarschaft völlig durcheinander  und besonders Taylors
Mutter leidet unter der neuen Situation.

Ich
habe „Mondscheinjunge“ sehr sehr gerne gehört. Anfangs
fragte ich mich, wie ich dieses Hörbuch wohl einschätzen sollte, da
es zwar Krimi- oder Thriller-Aspekte beinhaltet, aber das Verbrechen,
um das es geht, von vorne herein zum größten Teil aufgelöst ist.
Man fragt sich also nie wer der Täter wohl sein mag. Die Bezeichnung
„psychologischer Spannungsroman“ trifft somit voll ins Schwarze.
Was
die Story angeht wird also von vorne herein mit offenen Karten
gespielt. Es gibt kein großes Rätsel. Die Spannung ergibt sich
einfach aus der Situation und der Frage, wie es mit dieser Familie
wohl weiter geht und wie sie das wohl überstehen kann.

Ich
bin jetzt nicht der Psychologie-Profi (ich war damals im Unterricht
nie der Meinung meines Dozenten), aber die Charaktergestaltung
erscheint mir sehr passend. Ich arbeite beruflich viel mit
schwerbehinderten jungen Menschen und erkenne so einige Eigenarten
der Eltern auch von den Eltern meiner Patienten wieder. Auch das
pupertäre Trotzverhalten der großen Schwester, die ja ebenfalls
unter der Erkrankung ihres Bruders mitleidet, ist mehr als schlüssig
und sehr gut dargestellt.
Zum
Sprecher: Ich glaube ich habe bisher noch kein Hörbuch von Mark
Bremer gehört. Seine ruhige Art passt wie ich finde sehr gut zum
Charakter des Hörbuchs. Einzig und allein in der wohl einzigen
actionreichen Szene wirkt diese Ruhe der Spannung entgegen. Dennoch
bin ich sehr angetan.
Nun
ein Punkt, der mich zeitweise wirklich sehr irritiert hat: Schnitt
und Aufnahme. Ich vermute mal, dass es mit an der Kürzung des Buches
lag, aber die einzelnen Szenen sind teilweise recht abrupt zu Ende, bzw. wechseln in eine ganz neue Szene hinein. Wo Taylor sich eben
noch im Gespräch mit der Mutter befand ist er im nächsten Moment
ohne weitere Erläuterung allein mit seiner Kamera im Garten, was die
Mutter nie wissen dürfte. Auch gibt es Stellen, wo ich mich fragen
musste, ob der entsprechende Charakter bestimmte Einzelheiten
überhaupt schon wissen konnte.  Es kommt einem vor, als würden
ganze Passagen fehlen oder die Tracks wären durcheinander gekommen.
Im Buch vermute ich an diesen Stellen mindestens einen Absatz, wenn
nicht sogar einen Kapitelwechsel. Zumindest eine längere Pause wäre
hier oft nötig gewesen, um die Szenen merkbar voneinander zu
trennen. Leider gab es diese Sprünge mehrfach im Hörbuch.
Ein
weiterer kleiner Kritikpunkt geht an die Gestaltung der Tracks. Diese
erschienen mir recht lang und ich musste häufig im Track
vorspulen, wenn ich beim Hören wieder zwischen Auto und Computer
wechselte. Ich bin eher ein Fan von mehreren und kürzeren Tracks.

Ich
gebe hier gerne 5 Punkte, weil mich die Geschichte (vielleicht auch
einfach aus beruflichem Interesse) doch sehr gefesselt hat. Die Sache
mit dem Schnitt kann ich eigentlich in meiner Wertung nicht ignorieren, aber einen halben oder gar ganzen Punkt abzuziehen
gefällt mir nur deswegen auch nicht.
Ich
denke auch, dass dieses Hörbuch nicht für jedermann interessant
sein wird. Für den kleinen Hobbypsychologen definitiv eine
Kaufempfehlung, wer aber mehr auf Romantik, Action oder Spannung
steht, sollte vielleicht doch besser etwas Anderes suchen.

  • Hierbei handelt es sich soweit ich weiß um einen Einzelband.
  • Das gleichnamige Buch ist beim Goldmann-Verlag erschienen: Klick
  • Eine Hörprobe dazu findet ihr hier: Klick
  • Über die Autorin erfahrt ihr hier mehr: Klick
  • Ihre Homepage findet ihr hier: Klick

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