[Rezension] „Feuerrot“ von Nina Blazon

Ravensburg, Ende des 15. Jahrhunderts: Die junge Magdalene arbeitet als Magd bei der reichen Kaufmannsfamilie Humpis. Dort wird die gut behandelt und sie ist froh über die Anstellung. Durch andauernde Unwetter haben viele Ravensburger das Problem, dass sie kaum über die Runden kommen. Als dann der junge Kaufmannssohn Lucio aus Italien bei den Humpis auftaucht, wickelt er jeden um seinen Finger nur Magdalene fällt nicht auf ihn herrein. Zur gleichen Zeit taucht der Dominikanermönch Heinrich Kramer in Ravensburg auf und als ein Inquisitor bringt er die Hexenverfolgung in die Stadt…


Als großer Fan von Nina Blazons Büchern musste ich natürlich auch ihr neuestes Buch „Feuerrot“, das sich mit der Hexenverfolgung Ende des 15. Jahrhunderts in Ravensburg beschäftigt, lesen. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, was sich mit diesem Thema befasst, aber ich muss sagen, dass es mich durchweg begeistern konnte.
Denn Nina Blazon schreibt nicht nur wundervolle und phantasievolle Fantasyromane, sie kann auch genauso gut authentische und mitreißende historische Romane schreiben. In „Feurrot“ kombiniert sie wahre Gegebenheiten mit Personen, die wirklich existiert haben, nutzt aber auch fiktive Figuren und webt aus den Tatsachen eine unglaublich fesselnde und mitreißende Geschichte bei der man merkt, dass alles gründlich recherchiert wurde.

Doch „Feuerrot“ hat bei mir vor allem durch seine liebevoll gestalteten Protagonisten punkten können. Sei es Magdalene, die junge Magd, die sich um ihre Familie sorgt oder der junge Beno, der Enkel der Humpis, der ein gutes Herz hat, oder der Schmiedelehrling Martin, der für Magdalene alles tun würde, alle haben direkt ein Weg in mein Herz gefunden. Aber auch die Figuren, die eher Antipathien wecken, wie der Mönch Heinrich Kramer sind unglaublich authentisch und liebevoll ausgearbeitet.

Die Atmosphäre des Buches ist eher düster und durch die zunehmende Hexenverfolgung trostlos und bedrückend. Hier werden die Grausamkeiten der Hexenverfolgung nur allzu deutlich und auch wie die Menschen untereinander sich in dieser Zeit behandelt haben. Aber dennoch gibt es auch schöne Momente. Feste werden gefeiert, zarte Liebesgeschichten entstehen und wahre Freundschaften bilden sich. Es ist ein Buch mit vielen Facetten, spannenden Wendungen und Tiefgang und es konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite überzeugen.
Verschiedene Handlungsstränge bilden ein stimmiges Gesamtbild.

Nina Blazons Schreibstil ist gewohnt großartig mit einer authentischen Sprache und Begriffe, die zu der Zeit passen in der das Buch spielt. Es wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert, was wunderbar passt. Nina Blazon schreibt sehr eingängig, bildhaft und kann überzeugend Emotionen übermitteln.

Das Ende rundet das Ganze wunderbar ab und ohne zu viel zu verraten kann ich sagen, dass alle Handlungsstränge aufgelöst werden und das Buch mit einem für mich zufrieden stellendem Ende endet.


„Feuerrot“ ist ein authentisches, tiefgründiges und durchweg geniales Buch, das zur Zeit der Hexenverfolgung spielt und vor allem durch die Figuren des Buches überzeugen kann. Ich kann das Buch wirklich nur jedem empfehlen, denn es ist einfach großartig.

4 Replies to “[Rezension] „Feuerrot“ von Nina Blazon”

    1. Hi Lena,
      wenn du ihre Fantasybücher nichts magst, versuche es mal wirklich damit. Es ist ein toll recherchierte historischer Roman über die Hexenverbrennung und wirklich gut. ;)
      Schön, dass es auf deiner Wunschliste höher gewandert ist. ;)
      Liebe Grüße
      Mandy

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