[Rezension] „Starfall- So nah wie die Unendlichkeit“ von Jennifer Wolf

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Eines Tages wird Melodys Leben aus den Fugen gerissen. Die Aliens landen auf der Erde und das ausgerechnet in Washington D.C.. Bei der Bruchlandung wird ihr Bruder verletzt und ihre Mutter muss sich um die Aliens kümmern, weil sie als Ärztin im Militärkrankenhaus arbeitet und ihre Familie auf der Militärbasis lebt. Melody kann den Aliens nicht verzeihen, dass ihr Bruder um sein Leben bangt, bis sie Neven kennenlernt.

 

Da ich die Jahreszeiten-Reihe der Autorin schon sehr mochte, war ich gespannt auf ihr neues Buch, das ein ganz anderes Setting hat. Denn hier gibt es einen leichten Science-Fiction-Hintergrund, da Aliens auf der Erde landen, die teils anders sind als wir Menschen. Das war aber auch schon der Science-Fiction-Anteil, so dass es auch für Leser etwas ist, die nicht gerne Science-Fiction lesen. 

Ich muss gestehen, dass mir die Wertung hier nicht leicht gefallen ist, denn beim Lesen war ich unglaublich gefesselt, wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen und habe mit Melody gelitten und gefühlt. Das Buch hat mich emotional unglaublich berührt und mitgenommen. Wenn ich aber über den Plot nachdenke, dann gefällt mir das Buch schon nicht mehr so gut. Denn im Fokus der Geschichte steht die Liebesgeschichte, was aber nicht schlimm ist, weil ich bei der Autorin auch nichts anderes erwartet habe und das auch gerne lese. 
Doch ansonsten war mir der Plot zu vorhersehbar, es gab zu wenige Überraschungen und gerade am Ende ging mir alles irgendwie etwas zu schnell.

Dabei fand ich Melodys Entwicklung definitiv nahvollziehbar, da sie zuerst Vorurteile hat, aber je mehr sie Neven kennt, ändert sich das, bis sie sich verliebt. Da sie ein Teenager ist, finde ich die Entwicklung durchaus authentisch. Sie war eine Protagonistin, die mir gut gefallen hat, da sie einfühlsam und toll agiert.
Neven dagegen ist ein Alien, der immer als Sklave behandelt wurde, fast nichts essen und trinken durfte und schwere körperliche, wie auch seelische Verletzungen aufweist. Er tat mir unendlich leid und nach und nach erfährt man, wieso er denn in so einem schlechten Zustand ist. 
Die Gefühle, die beide füreinander entwickeln und wie Neven nach und nach lernt, wie es ist auf der Erde zu leben und nicht als Sklave, konnte mich in seinen Bann ziehen.

Hier wird eine Flüchtlingsgeschichte mit einer Liebesgeschichte kombiniert. Die Aliens müssen sich mit Vorurteilen herumschlagen und viele Menschen begegnen ihnen mit Ablehnung. Das hat die Autorin wirklich gut dargestellt und erinnert mich an vieles, was man so schon auf der Welt erlebt, ohne dass Aliens auf der Erde landen. So wird hier ein aktuelles Thema ganz nebenbei kritisch behandelt, was mir wirklich gut gefallen hat.
Außerdem steht das Thema Freundschaft und Familie stark im Mittelpunkt.

Der Schreibstil ist gewohnt großartig, emotional, atmosphärisch und fesselnd, dabei leicht und locker zu lesen. Beim Lesen flogen die Seiten nur so dahin. Der Plot wird aus Melodys Ich-Perspektive geschildert, was mir gut gefiel.

Das Ende ist nicht überraschend, aber es gab eine Wendung gegen Ende, die mich echt überzeugen konnte, da sie hochemotional ist und ich beim Lesen ein wahres Gefühlschaos mitgemacht habe.

Nach dem Lesen war ich hin- und hergerissen wie ich das Buch bewerten soll, doch alles in allem konnte es mich doch überzeugen und sollte es einmal als Taschenbuch erscheinen, wird es auch einen Platz in meinem Bücherregal bekommen. Wer Angst vor dem Science-Fiction-Hintergrund hat, braucht sich davon nicht abschrecken lassen, weil dieser Anteil geschwindet gering ist. Es ist eine hochemotionale Liebesgeschichte, die mit einer Flüchtlingsgeschichte kombiniert wurde.

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