[Hörbuch-Rezension] „Pheromon- Sie riechen dich“ von Rainer Wekwerth und Thariot

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2018: der junge Jake entdeckt seine Fähigkeit Gefühle zu riechen und versucht der Sache auf den Grund zu gehen. 
2118: der vom Leben gezeichnete Arzt Travis versucht einem jungen schwangeren Mädchen zu helfen. 
Beide Ereignisse verstricken Jake und Travis immer weiter in Geschehnisse, die alle mit dem Human Future Projekt, einer augenscheinlich wohltätigen Organisation, zu tun haben scheinen. 

Anfangs habe ich mich recht schwer getan. Die Story beginnt eher träge und man versteht nicht, warum beide Erzählstränge so abwechselnd weitererzählt werden. Das wird mit der Zeit etwas besser, auch wenn die Auflösung, was beide Geschichten miteinander zu tun haben, seeeeeeehr auf sich warten lässt. Das Ende wiederum hat mich geärgert. Das hat mir weder gefallen noch mich besonders überrascht. 

Die Charaktere sind leider auch recht flach gehalten. Allein Travis ist hier die Ausnahme, da er etwas mehr Background hat. Jake könnte aus jeder x-beliebigen amerikanischen TV-Sendung entsprungen sein und auch die eher wenigen anderen Charaktere sind nicht sehr beleuchtet. 
Was mich beim Hören auch immer wieder störte, ist die Darstellung der Zukunft. Die Hälfte des Hörbuchs spielt im Jahr 2118 – also in 100 Jahren. Wenn ich mir überlege, was die Technik allein in den letzten 10 Jahren an Fortschritten gemacht hat, so könnte das Hörbuch auch 2028 spielen. Lediglich Gleiter und MRT-Folien lassen erahnen, dass wir uns hier in der Zukunft bewegen. Der Rest unterscheidet sich nicht großartig von der heutigen Zeit, was mich gerade gen Ende, wenn es etwas wissenschaftlicher zu werden scheint, etwas schmunzeln ließ. Was hier im Jahre 2118 als Wissenschaft verkauft wird, hab ich fast alles 2017 schon als Wiederholung in TV-Dokumentationen gesehen (und ich glaube aufgrund dessen sogar noch 1-2 Logikfehler im Hörbuch entdeckt zu haben – die würden aber hier zu sehr spoilern). Soll sich die Wissenschaft in 100 Jahren nur so wenig weiter entwickelt haben? Als „Science Fiction“ versagt Pheromon damit leider auf ganzer Linie. Und wenn ich gerade von Wissenschaft schreibe, so halte ich – meine bescheidene Meinung – die Wirkung der Pheromone für extrem übertrieben. Das fällt dann für mich wieder in die Schublade mit den Logikfehlern.
Was ich dagegen als positiv empfunden habe, war dass es keine große Lovestory gibt. Diese würde thematisch auch eher weniger in die Geschichte rein passen. 
Mark Bremer habe ich ja nun schon in einigen Hörbüchern als Sprecher hören dürfen. Kann ich auch weiterhin nichts negatives zu sagen. Er hat eine angenehme Stimme und spricht die verschiedenen Charaktere so, dass man sie in den Dialogen gut voneinander trennen kann. 
Noch eben zum Hörbuch selber: Ich bin großer Fan von MP3-CDs. Es ist eine super Sache, wenn man nicht während der Autofahrt irgendwo ranfahren muss, um die CD zu wechseln oder sich erst 6-7 CDs einzeln auf den PC kopieren muss, wenn man das Hörbuch mit dem Handy hören möchte. Da ist eine MP3-CD wirklich eine super Sache und in der heutigen Zeit dürfte es wohl nur noch wenige Abspielgeräte geben, die das Format nicht beherrschen. Leider sind die einzelnen Tracks auf der CD teilweise etwas sehr lang geraten. Die Idee, die Tracks nach Kapiteln bzw. Wechsel zwischen den beiden zeitlich getrennten Geschichten zu trennen ist zwar von der Idee her gut, lässt aber bei z.B. Wechsel des Players zum Teil unnötig lange die zuletzt gehörte Stelle suchen. Das ist an sich nicht besonders schlimm, hat mich hier aber ungewöhnlich häufig betroffen, dennich habe beim Hören oft zwischen Handy, Privat- und Dienstwagen hin- und hergewechselt, und so ist es mir demnach aufgefallen.
Übrigens ist der Titel meiner Meinung nach noch etwas irreführend. Ich habe dadurch mehr vermutet. Wenn nicht nachfolgende Bücher/Hörbücher vom Namen her in eine ähnliche Richtung schlagen, finde ich den Titel sehr unglücklich gewählt. Das aber nur am Rande. Ein Titel würde meine Bewertung schlussendlich nicht beeinflussen.

Ich bin etwas zwiegespalten. Der Anfang konnte mich wie oben beschrieben nur wenig überzeugen. Ich würde gerne sagen, dass es dafür immer besser wurde, aber leider hat mir ja auch das Ende nicht wirklich gefallen. Ich kann „Pheromon“ leider nicht mehr als 3 von 5 Punkten geben. Es war nicht ganz schlecht, aber ich freue mich nicht wirklich auf einen Nachfolger und würde wohl auch eher andere Hörbücher als dieses empfehlen. 

 

  • Hierbei handelt es sich um den Auftakt einer Reihe.
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7 Replies to “[Hörbuch-Rezension] „Pheromon- Sie riechen dich“ von Rainer Wekwerth und Thariot”

  1. Hallo Mandy,

    habe gerne die entsprechende Blogtour verfolgt und fand das Thema schon sehr spannend und interessant, weil mich ungewöhnliche Begebenheiten und Ereignisse immer magisch an ziehen zum Lesen…..

    Nur mit Hörbücher kann ich persönlich wenig anfangen, aber egal.

    LG..Karin…

  2. Hey Mandy,

    Dass die Zukunft nicht futuristisch genug ist, habe ich in meiner Rezension auch erwähnt, ansonsten hat es mich dennoch ganz gut unterhalten, so dass meine Bewertung insgesamt besser ausgefallen ist.
    Schade, dass es dir nicht ganz so gut gefallen hat, dennoch eine schöne Rezension, die deine Meinung gut widerspiegelt.

    LG, Moni

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