[Kinderbuch-Rezension] „Der einsamste Wal der Welt“ von Martin Baltscheit

Das Copyright und die Bildrechte vom Cover liegen beim Carlsen Verlag.

Es gibt einen Wal, dessen zu hohe Stimme die anderen Wale nicht hören können. 1989 wurde an der Westküste der USA von einem U-Boot-Abwehr-Hydrohon der US-Marine erstmals der Gesang eines Wales aufgenommen, der aufgrund eines angeborenen Sprachfehlers viel, viel höher sang als alle anderen Wale. Man geht davon aus, dass andere Wale ihn nicht hören und er andere nicht hören kann. Der Wal lebt unter dem Namen „52 hertz“ als „der einsamste Wal der Welt“ allein im Pazifik und wird seit Jahren wissenschaftlich begleitet. Martin Baltscheit erzählt und illustriert seine bewegende Geschichte.

Quelle: Carlsen Verlag

Dieses Buch basiert auf der Geschichte eines echten Wales, der „52 hertz“ genannt wird. Bisher hatte ich von ihm nichts gehört, finde die Geschichte aber interessant. Hier wurde versucht die Geschichte des „einsamsten Wals der Welt“ darzustellen.

Durch das Vorwort wird alles kindgerecht erklärt und man erfährt, dass der Wal viel höher singt und wieso die anderen Wale ihn nicht hören können. Das Vorwort ist tiefsinnig und für Erwachsene einleuchtend. Für Kinder ab 4 Jahren finde ich es vielleicht etwas zu schwer und ich glaube nicht, dass sie die versteckte Bedeutung verstehen können. Zudem hatte ich das Gefühl, dass man die Geschichte ohne das Vorwort nicht richtig verstehen kann, was ich etwas schade fand.

Danach gibt es wunderschön illustrierte Seiten mit einfachen und kurzen Sätzen, die zeigen wo der Wal lebt und wie einsam er ist. Es ist eine traurige Geschichte, die aber durch den Taucher eine überraschende Wendung nimmt. Aber insgesamt ist das Buch sehr offen und man weiß nicht so recht, was denn nun aus dem Wal geworden ist. Was zwar verständlich ist, aber irgendwie hatte ich etwas anderes erwartet.

Toll fand ich, wie viel man in die Bilder hineininterpretieren konnte und wie mein Sohn von sich aus zu mir gesagt hat: „Mama, der Wal ist traurig.“ Er war fasziniert von der Geschichte des Wales und von den Illustrationen. Mit Begeisterung hat er mir ganz viel dazu erzählt. Sein Highlight war die letzte Doppelseite, auf der ein Unterwasser-Panorama zum Ausklappen auf 100cm zu sehen war. Bunte Farben, schillernde Tiere und viele Details sorgen für einen wahren Augenschmauß.

Insgesamt hat uns das Buch trotz meiner Kritik gut gefallen. Ich denke es ist auch einfach schwer diese Geschichte in ein Kinderbuch für so kleine Kinder zu packen. Dennoch kann man es Kindern damit gut erklären und das Thema verdeutlichen. Mein Sohn mag das Buch und das ist das wichtigste.

„Der einsamste Wal der Welt“ ist ein schönes Kinderbuch über einen Wal, der anders ist. Besonders sie Illustrationen sind gelungen, auch wenn mir hier nicht alles gefiel, ist es dennoch ein Buch mit einem interessanten Thema, in dem es viel zu entdecken gibt.

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