[Rezension] „Der Welten-Express“ von Anca Sturm

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Seit zwei Jahren vermisst Flinn Nachtigall ihren Halbbruder Jonte. Er verschwand am stillgelegten Bahnhof von Weidenborstel und seitdem ist nichts mehr wie es einmal war. Einzig eine Postkarte hat sie als Lebenszeichen von ihm bekommen. Darauf ist ein Zug zu sehen, den nur sie sehen kann. Als sie wie so oft nachts den Bahnhof besucht, taucht auf einmal tatsächlich der Zug von der Postkarte auf. Kurz entschlossen steigt sie ein und versucht etwas über Jontes Verbleib zu erfahren und landet in dem Abenteuer ihres Lebens, denn der Zug ist der Welten-Express und ein fahrendes Internat.

Schon als ich zum ersten Mal von diesem Buch gehört hatte, war ich Feuer und Flamme, denn es klang magisch und spannend. Die Idee dahinter finde ich unglaublich spannend, zumal ich Internatsgeschichten voller Magie und Spannung liebe. Und die Idee, dass alles in einem fahrenden Zug und somit dem Welten-Express spielt, konnte mich ab der ersten Seite faszinieren.

Natürlich sind hier Parallelen zu anderen Buchreihen, insbesondere „Harry Potter“ nicht von der Hand zu weisen, aber dadurch, dass die Autorin bekanntes mit ihren eigenen Ideen mischt, war das nicht weiter schlimm. Mir gefällt die magische Atmosphäre des Buches und wie der Unterricht und das Leben im Zug dargestellt wurde. Es gibt hier unglaublich viel zu entdecken und zusammen mit Flinn lernt man alles kennen und kommt hinter so manches Geheimnis. Zwar war mir vieles zu vorhersehbar, aber da es sich hierbei um ein Kinderbuch handelt, fand ich das nicht weiter schlimm.

Allerdings hat mich etwas Flinns Verhalten gestört, weil sie oft nicht logisch und realitätsnah handelt. Anstatt irgendwen nach Jonte zu fragen, versucht sie heimlich etwas zu erfahren und als sie endlich Hilfe holt, sind es nicht die Erwachsenen, sondern die drei Jugendlichen mit denen sie sich anfreundet. Und dabei wirkt der Schulleiter so als könnte sie mit ihm über alles reden. Dennoch muss ich sagen, dass mir die Figuren sehr gut gefallen haben. Pegs, Kasim und Fedor sind facettenreiche Figuren und es gefällt mir wie sehr Freundschaft und Vertrauen hier im Vordergrund steht.

Besonders toll fand ich auch Flinns Entwicklung. Denn im Welten-Express findet sie zu sich selbst. Zudem wird hier Magie mit Technologie kombiniert, was mir ebenfalls sehr gefiel. Auch, dass die verschiedenen Länder, durch den der Zug fährt, beschrieben wurden war nach meinem Geschmack.

Der Schreibstil ist sehr atmosphärisch, bildgewaltig und voller Spannung und Humor, aber auch Gefühl und Tiefe. Alles wird aus der personalen Erzählperspektive von Flinn geschildert was sehr gut passt.

Natürlich gibt es hier auch Gefahren zu bestehen und so ist es ein zauberhaftes Buch, voller Abenteuer, Freundschaft und Magie. Zwar plätschert der Plot, trotz der eigentlichen Spannung, immer mal wieder vor sich hin, aber dennoch konnte mich das Buch wunderbar unterhalten und so freue ich mich sehr auf die Fortsetzung.

„Der Welten-Express“ bietet zauberhafte Lesestunden für Jung und Alt. Zwar kam ich nicht immer mit Flinns Verhalten zurecht, aber das Buch steckt voller Magie, Freundschaft und Geheimnisse, so dass ich es unglaublich gerne gelesen habe und mich trotz meiner Kritik sehr auf die Fortsetzung freue. So habe ich mich für knappe vier Sterne entschieden.

3 Gedanken zu „[Rezension] „Der Welten-Express“ von Anca Sturm“

  1. Hallo Mandy,

    mir ging es mit der Geschichte ähnlich und auch unsere Kritikpunkte decken sich :)

    Das Ende hat mir gut gefallen und fand die Auflösung stimmig.

    Liebe Grüße,
    Uwe

    1. Hi Uwe,
      die Tage werde ich mal deine Rezension lesen. Vielleicht hatte ich hier auch zu hohe Erwartungen, aber immerhin habe ich mich dennoch für 4 Sterne entschieden. :)
      Liebe Grüße
      Mandy

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